Der Sternenhimmel im April 2016

Sternenhimmel im April 2016
Sternenhimmel im April 2016 (Albireo V.0.9.2)

Da fehlt doch was? Blickt man im April zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 Uhr – nun bei Sommerzeit – in die Sterne, so wird man vermutlich die Milchstraße vermissen. Sie steht jetzt nicht mehr unübersehbar über uns, sondern ist mit ihrem gesamten Verlauf an den Westhorizont gewandert, wo ihre Erscheinung vielerorts von der Lichtverschmutzung verschluckt wird.

Im Frühling blicken wir des Nachts nicht mehr in die Ebene der Milchstraße, sondern aus ihr heraus. Der Blick wird also nicht mehr durch galaktische Staub- und Gaswolken getrübt und wir schauen in die interstellaren Weiten des Universums. Den klarsten Blick erhascht man, wenn man direkt in Richtung der Rotationsachse unserer Milchstraße blickt; diese verläuft in Richtung des Sternbildes Haar der Berenike.

Haar der Berenike
Galaxien im Haar der Berenike

Es ist ein recht unauffälliges, kompaktes und doch sternreiches Sternbild, zwischen den Jagdhunden, dem Bärenhüter und der Jungfrau gelegen. Richtet man größere Teleskope auf diesen galaktischen Rotationspol, so treten an dieser Stelle nicht nur viele Sterne, sondern auch haufenweise Galaxien hervor. Der berühmte Coma-Galaxienhaufen ist dort zu aufzufinden. Sein Areal befindet sich zwischen den Sternen β und γ Com. Die Elliptischen Galaxien NGC 4889 und NGC 4874 sind ihm zugeordnet. Insgesamt lassen sich etwa 1000 Galaxien identifizieren; genügend große Teleskope und genügend dunkle Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt! Die Entfernung zum Coma-Haufen beträgt rund 400 Millionen Lichtjahre; sein Durchmesser wird auf 20 Millionen Lichtjahre geschätzt.

Kugelsternhaufen M3
Kugelsternhaufen M3

Aber nicht nur Galaxien sind zu sehen. Auch Kugelsternhaufen im Umkreis der Berenike erwarten den Hobbyastronomen; etwa M3 (in den Jagdhunden) oder auch M53.

Planeten

Der den April-Nachthimmel dominierende Planet ist immer noch Jupiter im Sternbild des Löwen. Er hatte im Vormonat seine Oppositionsstellung erreicht (Sonne -Erde – Jupiter in einer Reihe) und entfernt sich nun langsam wieder, da ihn nun die Erde auf ihrer Innenbahn überholt hat. Er ist aber immer noch Planet der gesamten Aprilnächte.

Die Planeten Saturn und Mars betreten erst in der 2. Nachthälfte die Himmelsbühne. Sie stehen relativ nah über dem Horizont, was die Beobachtung von Details auf ihrer Oberfläche durch die Luftunruhe sehr erschwert.

Sternschnuppen

Auch im April sind die Meteorenströme des Vormonats noch aktiv. Hinzu kommen die Lyriden, die zwar mit 15 Meteoren pro Stunde schwach ausgeprägt, jedoch relativ schnell (50 km/s) unterwegs sind.

Sonne und Mond

Der Sonnenmeridian durchläuft im April die Sternbilder Andromeda, Fische und Walfisch; die Sonne selbst hält sich im östlichen Bereich der Fische auf. In unseren Breiten ist Sonnenaufgang gegen Monatsmitte um 06:15 Uhr, Sonnenuntergang gegen 20:15 Uhr (Sommerzeit).

Neumond ist am Donnerstag, den 7. April in den Fischen, Vollmond am Freitag, den 22. April im Sternbild Jungfrau.