Die eigene Gartensternwarte

Richtfest der Gartensternwarte
Richtfest der Gartensternwarte – bei bestem Sommerwetter!

Die hellen Sommernächte lassen für ausgedehnte astronomische Exkursionen am Nachthimmel nicht viel Platz. Nur die Zeiten zwischen Mitternacht und 02:00 Sommerzeit sind für Deepsky-Safaris am Südhimmel geeignet. Und den Rest der Zeit? 

Den verbringt man am besten mit einem astromischen Projekt, was sich auch am Tage durchführen lässt. Ich selbst habe mich entschlossen, im Garten endlich einen festen Beobachtungsplatz einzurichten; eine kleine Gartensternwarte.

Nach langwierigen Recherchen im Internet und einer ebenso langwierigen Suche eines geeigneten Fleckchens im Garten war mir klar: Es sollte ein offener, aber befestigter Beobachtungsplatz werden, auf dem eine Betonsäule aufgebaut ist, die eine Celestron CGEM-Montierung trägt. Zum Schutz des Aufbaus sollte eine bewegliche Holzbox, z.B. eine Art Gartenschrank, beschafft werden. Die Optik wird nach der Beobachtung wieder abmontiert; die eingenordete Montierung verbleibt draußen.

So ging es schließlich in der letzten Juniwochemit dem Beschaffen eines KG-Rohres aus dem nächstgelegenen Baustoffmarkt los. Länge: 1,20 m, Durchmesser 20 cm. Als Fundament sollte ein Betonpflanzstein dienen; einer von der großem Sorte (50 cm im Durchmesser, 35 cm hoch). Das Ding hatte schon ein sattes Eigengewicht.

KG-Rohr
KG-Rohr, 1.2m Höhe, 20cm Durchmesser, schon mit schwarzer Farbe vorlackiert.

In das KG-Rohr wurden Durchlässe für ein Kabelrohr und für Messingdübel gebohrt, die u.a. eine Doppelsteckdose verankern sollen.

Erdkabel
Verlegen des Erdkabels für den Stromanluss der Säule

Dann wurde ein Graben für ein Erdkabel ausgegraben; vom Gartenschuppen bis zu meinem Beobachtungsplatz im Garten. Am Ende des Grabens wurde eine 80cm tiefe Grube ausgehoben, welche unten zur Vermeidung von Staunässe etwa 20 cm mit Kieselsteinen und Sand ausgefüllt wurde. Dann wurde der Betonpflanzstein in die Grube gelegt und dieser schließlich mit der Säule zusammen mit Beton verfüllt. Im unteren Bereich zwischen Pflanzstein und KG-Rohr habe ich noch etwas Eisenarmierung verfüllt; jedoch nur im unteren Drittel.

Adapterplatte
Adapterplatte von Astro-Mechanik, mit verwundenem Gestänge

Nachdem auch das KG-Rohr fast fertig mit Beton verfüllt war, wurde eine Adapterplatte zur späteren Aufnahme der Montierung hineingelassen. (bestellt habe ich sie bei Astro-Mechanik). Die Gestänge der Adapterplatte, die unten miteinander verbunden ist, reicht etwa auch ein Drittel von oben in das KG-Rohr herab.

Betonieren
Der Sternwartenchef höchstselbst beim Betonieren

 

 

 

Beim Verfüllen der Betonsäule ist peinlichst genau darauf zu achten, dass die Säule wirklich senkrecht steht und der Azimutzapfen der Adapterplatte exakt nach Norden zeigt. Mit zunehmendem Verfüllungsgrad wurde das ganze zusehends stabiler. Insgesamt sind etwa 200 kg Beton verbraucht worden.

Betonsäule
Die fertige Betonsäule mit Adapterplatte und Steckdosen

Dann war zunächst 2-3 Tage warten und kontrollieren angesagt. In der Zwischenzeit habe ich um die Betonsälue herum den Rasen abgetragen und etwa 20 cm mit Sand und Kies ausgekoffert; etwa ein Quadrat von 1,5 m Seitenlänge. Dann habe ich mir 8 Betonplatten a 50 cm Seitenlänge  besorgt und diese bis auf die Mittelfläche, wo ja das Rohr steht, auf der Beobachtungsfläche verlegt.

Die Mittenfläche, wo das Rohr herausschaut, habe ich mit etwa 75 kg Zierkies verfüllt, um eine möglichst gute Entkopplung zu den Betonplatten hinzubekommen. Drum herum habe ich zur Stabilisierung, quasi als Rahmen, Kantensteine aus Beton eingelassen.

Beobachtungsplatz
Der fertige Beobachtungsplatz in Aktion!

Am Vollmondtag, den 19. Juli war dann Richtfest meiner Gartensternwarte! Meine Astrokurs-Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, sich das Ding mal aus der Nähe zu betrachten.

Richtfest der Gartensternwarte
Richtfest der Gartensternwarte bei bestem Wetter

 

Im letzten Schritt habe ich mich letztendlich dazu entschlossen, als Wetterschutz eine Mülltonnenbox aus Holz mit einem Alu-Dach (für 240 l -Tonnen) von Habau zu verwenden. Zum einen relativ preiswert und zum anderen schon relativ weit vorgefertigt. Die Mülltonnenbox wurde jedoch noch etwas umgestaltet und stabilisiert; etwa wurde die untere, feste Metallleiste mit der oberen Holzleiste vertauscht, da diese abnehmbar ist und somit die Mülltonnenbox einfach über die Säule übergestülpt werden kann. Auch die Luftschlitze wurden mit Zusatzbretten zugeschraubt. Das ganze muss jetzt noch mit Wetterschutzfarbe lasiert werden.

Nachfragen? Kein Problem; nutzt bitte die Kommentarfunktion!