Die Nächte des Himmelsjägers

Sternenhimmel im Januar 2018 - Albireo V.0.9.6
Sternenhimmel im Januar 2018 – Albireo V.0.9.6

Der Sternenhimmel des Januars lädt wegen seiner langen Nächte immer wieder zu ausgedehnten Himmelswanderungen ein. Von Nachmittags 17:00 Uhr bis morgens 07:00 Uhr ist es schon bzw. immer noch wunderbar finster (von der lokalen Lichtverschmutzung einmal abgesehen) und der Sternenhimmel leuchtet uns mit all seinen Geheimnissen entgegen. Zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 Uhr zieht sich das Band der Milchstraße von Südost nach Nordwest quer über den Nachthimmel.

Und just zu dieser Zeit erreicht das wohl berühmteste Sternbild die höchste südliche Beobachtungsposition: Der Himmelsjäger Orion. Durch die drei Gürtelsterne, der Schwertsterne und den leuchtenden Hauptsternen Beteigeuze und Rigel ist eines der auffälligsten Sternbilder überhaupt.

Für Fernrohrbesitzer und Astrofotografen ist der Orion aufgrund seiner Nähe zur Milchstraße eine wahre Fundgrube von zahlreichen galaktischen Nebeln. Selbst für Beobachter mit kleinsten astronomischen Instrumenten hält insbesondere das ‘Schwert’ des Orions ein besonders imposantes Objekt bereit: Den Orionnebel M42; ein etwa 1300 Lichtjahre entfernter Gasnebel mit vielen eingebetteten Sternen. Visuell betrachtet zeigt es eine in verschiedenen Grautönen strukturierte schwingenförmige Gestalt; auf Fotos erkennt man darüber hinaus eine nuancenreiche rötliche Färbung. Ein wahrlich erhebender Anblick.

Orionnebel M42
Orionnebel M42

Aber das ist für den astronomisch interessierten Laien noch längst nicht alles: Betrachtet man die Umgebung des östlichen Gürtelsterns Alnitak näher, so erkennt man auch dort ausgedehnte Nebelstrukturen; die fotografisch ebenfalls eine rötliche Färbung aufweisen: Etwa den Flammennebel direkt bei Alnitak oder die strukturierte große Nebelwand IC 434 südlich von Alnitak, in dessen Vordergrund sich majestätisch der dunkle Pferdekopfnebel erhebt.

Alnitak und Umgebung
Alnitak mit Flammennebel und Pferdekopfnebel

Der Pferdekopfnebel ist jedoch nicht der einzige Dunkelnebel im Orion. Der größte seiner Art ist M78; er ist gleichzeitg der größte Refexionsnebel und befindet sich etwas weiter nordöstlich von Alnitak in Richtung Beteigeutze gelegen.

Reflexionsnebel M78
Reflexionsnebel M78 im Sternbild Orion

An der Grenze zum Sternbild Zwilling befindet sich ein weiteres ‘tierisches’ Objekt: Der ca. 6400 Lichtjahre entfernte Affenkopfnebel; denn seine Form erinnert frappierend an eine perspektivische Darstellung eines Makakenkopfes! Es handelt sich dabei ebenfalls um einen Wasserstoff-Emissionsnebel.

Affenkopfnebel (NGC 2174)
Affenkopfnebel (NGC 2174)

Planeten

Doch wie sieht es mit den Planeten im Januar 2018 aus? Zur Standardbeobachtungszeit können wir in den Fischen den Planeten Uranus ausmachen (westlich ο Psc) . Er befindet sich zu dieser Zeit jedoch schon recht weit im westlichen Himmelsareal und nähert sich bereits der Horizontlinie.

Zwergplanet Ceres steht hingegen für Fernrohrbesitzer gut sichtbar (oder suchbar) in der östlichen Himmelshälfte westlich des Löwensternes Algenubi zwischen den Sternbildern Krebs, Löwe und Luchs.

Andere Planeten sind zu dieser Zeit nicht sichtbar. Doch dank der überlangen Nachtlänge lassen sich zu anderer Zeit noch weitere Planeten entdecken; etwa bis ca. 19:30 Uhr Neptun im westlich stehenden Wassermann. Am Morgen gegen 4:30 Uhr betreten Jupiter und Mars kurz hintereinander die Himmelsbühne – im Nordosten im Sternbild Waage.

Merkur, Venus und Saturn sind hingegen in unseren Breiten zu dieser Jahreszeit nicht ordentlich am Nachthimmel aufzufinden – allenfalls Merkur bis zum 10. Januar gegen 7:00 Uhr.

Sternschnuppen

Sternschnuppen gibt es auch im Januar: Etwa die Delta-Cancriden mit (scheinbarem) Ausstrahlungspunkt im Sternbild Krebs oder die morgendlichen Quadrantiden mit Ausstrahlungspunkt im Sternbild Bärenhüter. Mit letzteren ist mit bis zu 130 Meteoren pro Stunde zu rechnen, welche den frühmorgendlichen Sternenhimmel erhellen können.

Kometen

Fast direkt mitting zwischen den Sternen Scheat im Pegasus (β Peg) und Tsao Fu im Kepheus (ζ Cep, linke untere ‘Hausecke’) befindet sich am 15. Januar Komet C/2017 T1 Heinze im Sternbild Lacerta. Mit einer scheinbaren Magnitude von ca. 9.0 ist er zwar nicht freiäugig sichtbar; jedoch kein großes Problem für Fernrohrbesitzer – auch solche kleinerer Geräte.

Wesentlich schwächer (Magnitude ca. 13.5) aber mit besserer Himmelsposition wartet Komet C/2016 R2 (PANSTARRS) auf. Er befindet sich zur Monatsmitte im Goldenen Tor der Ekliptik zwischen den offenen Sternhaufen der Plejaden und Hyaden im Sternbild Stier.

Sonne und Mond mit einigen Extras…

Sonnenaufgang ist am 15. Januar gegen 8:25 Uhr; Sonnenuntergang um 16:25 Uhr MEZ. Die Sonne steht zwischen den Sternbildern Schütze und Steinbock und steigt langsam wieder in höhere Ekliptikgefilde. Der Sonnenmeridian durchschreitet die Sternbilder Schwan, Füchslein, Pfeil, Adler und Schütze.

Vollmond ist am Dienstag, den 2. Januar 2018, Neumond am Mittwoch, den 17. Januar.  Weiterhin haben wir am 31. Januar einen 2. Vollmond, einen sog. ‘Bluemoon’. Zu diesem Tag findet auch eine totale Mondfinsternis statt: Hierbei durchschreitet der (Voll-)Mond den Kernschatten der Erde. Er erscheint rötlich, da er in dieser Phase ausschließlich vom Streulicht der Erde beleuchtet wird. Ein Ereignis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte! Das kleine Problem ist jedoch, dass die Finsternis leider im pazifischen Raum stattfinden wird; für uns Europäer leider unbeobachtbar, da sich der Mond zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Horizon befindet. Wer bei uns eine totale Mondfinsternis beobachten möchte, muss sich noch bis zum 27./28. Juli gedulden.

Kupferroter Vollmond
Mondfinsternis vom 28. September 2015