Treffen unter Sternen (update)

Messier 51
Messier 51, Entfernung etwa 28 Mio Lichtjahre, im Sternbild Jagdhunde

Einem sonnigen Tag folgte an diesem Mittwoch eine sternenklare Nacht ohne jegliche Bewölkung; auch der Wind sollte nur wenig wehen. Damit ist für unseren VHS-Astronomiekurs der Startschuss für den ersten ausführlichen Beobachtungsabend unter einem dunklen Sternenhimmel außerhalb der Schule und des Ortes gefallen!

 

Vorbereitungen
Schnell noch eine Mail an die Kursteilnehmer verschickt; in der Hoffnung das sie noch rechtzeitig gelesen wird: Wir treffen uns draußen zwischen den Feldern und werden dort den ungetrübten Sternenhimmel genießen – und auch sehen, wie ein Teleskop für die Beobachtung und das Fotografieren hergerichtet wird.

So fuhren wir von der Schule auf den Beobachtungsplatz der Stecknitz-Astronomen. Dort trafen auch alle Teilnehmer rechtzeitig ein; einige hatten auch ihre eigenen Geräte mitgebracht. Dazu noch heißen Tee und Kekse – einem ausführlichen Beobachtungsabend stand also nichts mehr im Wege.

Motivierte Helfer
Andreas, Peter und Detlev gaben unseren Neueinsteigern die notwendigen Hilfestellungen und Infos zum Aufbau und zur Einstellung ihrer Geräte. Auch ich habe meinen Foto-Newton dabei und erklärte ausführlich das Prozedere des Einnordens der Montierung mit Hilfe der Kochab-Methode, des Ausbalancierens des Fernrohrs und die Einstellung des Suchers.

Einstellung des 6”-Newtons
Während die Anderen schon dabei waren, ihre Streifzüge durch den Sternenhimmel zu unternehmen, kalibrierte ich meine GoTo-Steuerung und konnte den Zuhörern, die sich um mein Teleskop versammelt hatten, einige Tipps und Tricks verraten, was man dabei zu beachten hat. Dazu gehörte u.a. der Blick durch das Fadenkreuzokular; einen dort ‘gefangenen’ Stern und der Blick durch den Polsucher. Auch die Kamera wurde vorgestellt und auf die besonderen Eigenschaften zur Astrofotografie hingewiesen wie etwa die verbesserte Rotempfindlichkeit oder den CLS-Filter gegen die allgegenwärtige Lichtverschmutzung.

Objekte – überreichlich!
Die Kursteilnehmer hatten stellenweise die Qual der Wahl: Denn Andreas, Peter und Detlev zeigten die interessanten Objekte des Sternenhimmels mit Fernrohr und Laserpointer: M40 (Krippe), M45 (Plejaden), M31 (Andromedagalaxie), Doppelsterne und vieles mehr.
Als schließlich die Vorbereitungen am GoTo-Teleskop abgeschlossen waren, richtete ich das Teleskop auf die nun immer höher aufsteigende Strudelgalaxie (M51) aus, die zwischen dem Stern Alioth im Großen Wagen und den Jagdhunden gelegen ist. Zunächst warfen die Teilnehmer einen direkten Blick durch das Okular und mussten festellen, wie filigran das Objekt aussah. Erst nachdem sich unsere Augen an die Dunkelheit angepasst hatten, konnte man die Doppelstruktur dieses sich umschlingenden Galaxienpärchens erkennen. Eine wichtige Erfahrung, die das nächtliche Sehen betrifft!

Astrofotografisches
Danach tauschte ich das Okular gegen meine Digitalkamera und nach einem notwendigen Fokussierungsschritt konnte ich einige Aufnahmen (ungeguided) anfertigen. Bei zwei Minuten Belichtungszeit angekommen wollte ich meine Teilnehmer von der Notwendigkeit des Guidens überzeugen; aber die Sterne blieben weiterhin rund und die Galaxie trat mit zunehmender Belichtungszeit auf dem Foto immer besser heraus; auch die diffusen Galaxienarme waren nun gut zu erkennen; im Gegensatz zur direkten Beobachtung durch ein 6-Zoll-Gerät.

Um 21:00 – ist noch lange nicht Schluss!
Nun war es bereits 21:00 Uhr; aber kein Teilnehmer dachte ans Nachhausegehen.  Als dann noch die nördliche Krone und der Herkules am Horizont auftauchten, wurden sofort alle Ferngläser auf den Kugelsternhaufen M13 gerichtet. Auch der zweite Kugelsternhaufen im Herkules (M92) wurde unter ‘die Lupe’ genommen.

Doch schließlich wurde uns klar, dass der morgige Tag ein Arbeitstag und für viele von uns ein frühes Aufstehen angesagt war. So packten wir unsere Sachen schließlich doch zusammen; die letzten von uns verließen dann gegen 22:15 Uhr – mit vielen astronomischen Impressionen um Gepäck – unseren Beobachtungsplatz. Was für ein fantastischer Abend. Und die Verarbeitung unserer Erfahrungen und Eindrücke haben wir uns für die kommende Woche aufgehoben…

 

 

 

 

 

 

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