Unsere erste Sternennacht

VHS-Kurs beim Aufbau
VHS-Kurs beim Aufbau der Gerätschaften

Am 2. Tag unseres VHS-Kurses ging die Sonne bereits gegen 19:30 Uhr unter. Und außer ein paar Schleierwolken war der Himmel klar. Das bedeutete: Der neue Kurs in diesem Semester kann das erste Mal wieder draußen stattfinden! Sogar die örtliche Presse von www.herzogtum-direkt.de war vor Ort, um uns bei unserem Ausflug in die Sterne zu begleiten.

So trafen wir uns nicht in der Schulklasse, sondern unter dem freien Himmel auf dem GGS-Sportfeld direkt neben Schule und Sporthalle. Durch den Bewuchs mit hohen Bäumen an den Rändern des Areals waren wir auch einigermaßen vor direktem Laternenlicht geschützt.

Zuerst wurden, da es nocht nicht dunkel genug für astronomische Beobachtungen war, einige ‘Setups’ zur Astrofotografie auf dem Sportgelände aufgebaut und vorgestellt; und zwar nach dem Schwierigkeitsgrad geordnet:

Einfache Kamera auf Stativ
Mit diesem durchaus bekannten Aufbau können Sternfeldaufnahmen – auch in Kombination mit Landschaftsaufnahmen – bei geringer Brennweite und kurzer Belichtungszeit und Sternenkreisbögen; sogenannte Startrails (bei ebenfalls geringer Brennweite aber längerer Belichtungszeit) aufgenommen werden.

Kamera auf Stativ mit Star-Tracker (Polarie)
Hier gleicht ein Star-Tracker, der auf dem Fotostativ sitzt, durch die gleichförmige Drehung einer motorisch betriebenen Achse die Erdrotation aus. Mit dieser Technik sind längere Belichtungen bis hin zu 2 Minuten möglich; abhängig von der Brennweite (bis zu 300 mm).

Komplettes Fernrohrequipment mit GoTo-Montierung, Leitrohr und Nachführcomputer
Dies ist der komplexeste Aufbau. Er erlaubt hohe Brennweiten und extrem lange Belichtungszeiten! Hier sind der Auswahl der astronomischen Objekte (und auch den zu überwindenden Schwierigkeiten) keine Grenzen gesetzt.

Bei allen Techniken ist immer darauf zu achten, dass keine Verwackler beim Auslösen produziert werden. Während man bei einfachen Sternfeldaufnahmen mit der zeitlichen Verzögerung des Selbstauslösers (2s – 10s Zeitverzögerung) arbeiten kann, ist bei allen anderen Anordungen ein Fernauslöser z.B. via Kabel erforderlich. Auch ist darauf zu achten, dass sowohl die automatische Bildstabilisierung als auch der Autofokus der Kamera abgeschaltet werden muss. Es ist also noch Handarbeit beim Fokussieren der Sterne gefragt!

Slideshow mit Bildern von Markus Hohenwald (vielen Dank für die Bereitstellung!)

 

 

Andromeda-Galaxie bei 50mm Brennweite – von Peter Lüneburg

Andromeda-Galaxie
Die Andromeda-Galaxie M31 bei 50mm Brennweite
Foto: Peter Lüneburg

 

 

 

 

 

 

Ein Rundgang durch den Sternenhimmel

Obwohl zwischenzeitlich aufziehende Wolken die Sicht auf den Sternenhimmel zunächst versperrten, klarte es plötzlich wieder auf, gerade als wir mit der Einführung in die oben beschriebenen Gerätschaften fertig waren. Was für ein Glück! Zudem konnten die Teilnehmer auch zahlreiche, z.T. recht intensive Sternschnuppen beobachten. Was für ein Astro-Feeling!

In der zweiten Hälfte unserer Kursstunde war es also möglich, einen Rundgang durch den Sternenhimmel zu unternehmen; zumal der Mond noch nicht störte; er sollte erst gegen 22:30 Uhr aufgehen. So konnten wir alle wichtigen Sternbilder erkunden: Das Herbstviereck im Pegasus, das Sommerdreieck Wega, Deneb und Altair, die zugehörigen Sommerstenbilder Leier , Schwan und Adler und im Westen die Reste des Frühlingshimmels mit Herkules, der Nördlichen Krone und dem Bärenhüter und schließlich der Nordhimmel mit den Sternbildern Großer und Kleiner Bär und der Drache. Mit dem östlich gelegenen Sternbildern Perseus, Kassiopeia und Andromeda schloss sich dann der Kreis.

Do it yourself!

Aber die aufgebauten Instrumente waren nicht nur zum Angucken sondern auch zum Anfassen und Durchgucken aufgebaut. So versuchten sich bereits die mutigsten Teilnehmer an der Sternfeld-Fotografie. Markus Hohenwald sind bereits eindrucksvolle Aufnahmen gelungen, die er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat (s. Slideshow).

Andere Teilnehmer wiederum schauten durch das Fernrohr und sahen die Andromeda-Galaxie, die berühmten Doppelsterne Mizar/Alkor im Großen Bären und das Farbwunder Albireo im Schwan.

Was für ein Abend!