Wie man Flats backt

BeobachterDer Weg zum perfekten Astrofoto ist mühselig. Und Masterflats sind der Schlüssel für gleichmäßig ausgeleuchtete Astrofotos. Mit ihnen ist es möglich, Abschattungs- und Verdunkelungseffekte, die aufgrund des Kameragehäuses, von Staubpartikeln und auch von der Objektiv-Geometrie verursacht werden, herauszurechnen.

Am 9. Tag brachten daher die Astrokurs-Teilnehmer ihre Kameras mit, um die Bilder für die begehrten Masterflats zu schießen. Als weiße Hintergrundfläche diente zunächst eine mitgebrachte Leinwand; denn es wird für ein Flat eine gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche benötigt. Doch der Fokus einiger Kamers ließ sich nicht überlisten die Leinwand unscharf darzustellen; doch beim Whiteboard schien es endlich zu funktionieren. So wurden bei zwei verschiedenen Brennweiten (18mm und 56mm) etwa 20 Einzelbilder von dieser gleichmäßig weißen Fläche aufgenommen. Die Belichtungszeit wurde mit dem Tv-Programm (Blendenautomatik) auf etwa 100 Millisekunden eingestellt, ISO 800.

Anschließend wurde die Kamera mit Objektivdeckel und Fototasche abgedunkelt und ebenfalls 20 Dunkelbilder geschossen; die sogenannten Flat-Darks (oder waren es Dark-Flats?).

Nachdem das Rohmaterial beisammen war, konnten wir darangehen, mit Hilfe von Fitswork das Masterflat (eines für 18mm und eines für 56mm) zu erzeugen. Den entsprechenden Menüpunkt findet man bei Fitswork unter dem Menüpunkt ‘Masterdark/Flat erstellen’.

Flat erstellen unte Fitswork
Flat erstellen unter Fitswork

Flats und Flat-Darks konnten so in einem Rutsch verarbeitet werden. Alles andere wurde nun Fitswork überlassen und die Masterflats für beide Brennweiten separat erstellt. Sicherheitshalber wurde das Endergebnis noch in eine S/W-Aufnahme umgewandelt; diese Option befindet sich im Menüpunkt ‘Farb-Bild in s/w umwandeln (Luminanz)’. Dies ist insbesondere für Flats zu empfehlen, die einen Farbstich infolge eines Filters aufweisen.

Masterflat
Typisches Aussehen eines Masterflats

Und fertig waren die Masterflats! Sie können nun für alle weiteren Aufnahmen verwendet werden, indem die Masterflats von den Ursprungsbildern dividiert werden. Auch dies wird bei Fitswork unter dem  Menüpunkt ‘Datei/Stapelbearbeitung/’ im zweiten Bearbeitungsschritt ‘Bild dividieren’ quasi automatisch für jedes einzelne Bild erledigt. Die daraus entstandenen Bilder sollten nun keine Verdunkelungseffekte infolge der Kamerageometrie mehr aufweisen und wir sind dem perfekten Astrofoto wieder ein kleines Stück näher gekommen.