Sternenhimmel im März
Der Sternenhimmel im März 2019. (Albireo 0.9.8)

Der Sternenhimmel im März vollzieht eine seltsame Wandlung. Die hellen Wintersternbilder und die Milchstraße dominieren nicht länger den Nachthimmel; vielmehr wechselt für den Beobachter der Blick nun in die unendlichen Tiefen des Kosmos.

Zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 Uhr befinden sich alle Wintersternbilder – einschließlich Zwillinge, Orion, Großer und Kleiner Hund und Stier – nun komplett auf der Westhälfte des Himmels. Auch die Milchstraße ist nun auf diese Seite gerückt; sie verläuft nun in einem großen Westbogen von Nord nach Süd.

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GalacticImpression - so schön ist das Universum!

Der hellste Stern in südlicher Richtung ist nun Regulus, der Hauptstern des Sternbilds Löwe. Südlich unterhalb des Löwen schlängelt sich die Wasserschlange mit ihrem rötlich glänzenden Hauptstern Alphard. In den Zenit strebt nun der Große Bär. Im Osten leuchtet ein weiterer rötlicher Stern: Es ist Arkturus, Hauptstern des Sternbildes Bärenhüter. Und südwestlich davon erhebt sich das Sternbild der Jungfrau bereits über den Osthorizont; in den Dunstschichten verborgen ist zu dieser Zeit noch ihr Hauptstern Spica.

Obwohl man mit bloßem Auge in diesen Sternbildern nicht viele Objekte erkennt, heisst das noch lange nicht, dass keine vorhanden wären. Vielmehr schauen wir nun aus der Milchstraße heraus in den ’sauberen‘ Kosmos mit einer bemerkenswert guten Fernsicht: Denn bereits mit dem Feldstecher und erst recht mit einem Teleskop lassen sich in den o.g. Sternbildern massenhaft Galaxien in unterschiedlichster Gestalt und Entfernung beobachten. Insbesondere der nun prominent im Süden stehende Löwe kann bereits gleich mit mehreren Galaxiengruppen punkten: Dem Leo-Triplett und der M96-Gruppe.

Leo-Galaxientriplett
Das Leo-Galaxientriplett im Sternbild Löwe bestehend aus M65, M66 und NGC 3628. Entfernung: 30 Mio Lichtjahre.
Galaxie M105
Die Galaxiengruppe M105, NGC 3371 und NGC 3373 im Sternbild Löwe. M105 ist wiederum Mitglied der M96-Galaxiengruppe.

Die gleiche Galaxienvielfalt besitzt auch der Große Bär, die Jungfrau und der Bereich zwischen dem Bärenhüter und dem Sternbild der Jungfrau – auch ‚Haar der Berenike‘ genannt. Mit diesen Sternbildern werden wir uns in den kommenden Monaten näher beschäftigen.

Feuerradgalaxie M 101
Feuerradgalaxie M 101 im Großen Bären; Entfernung etwa 30 Millionen Lichtjahre

Planeten

Aber was ist mit den Planeten? Anfang März lässt sich kurz nach Sonnenuntergang tief im Westen ein seltener Himmelsgast erkennen. Es es der Himmelsbote Merkur, der sonnennächste Planet.

Ansonsten ist die Nacht ziemlich planetenarm. Tief im Westen steht am Abend noch Planet Mars; alle anderen Wandelsterne sind schon oder noch unter dem Horizont verschwunden bzw. stehen fast komplett am Tageshimmel . Erst gegen Morgen tauchen weit im Südosten die Riesenplaneten Jupiter und Saturn auf. Die Venus eilt nun ihrer oberen Konjunktion zu und ist nur kurz in der Morgendämmerung zu erkennen.

Kometen

Im Sternbild Luchs hält sich zur Monatsmitte der Komet 38P/Stephan Oterma auf. Er ist mit einer geschätzen Magnitude von 14.3 nur ein Objekt für Fernrohrbesitzer.

In der gleichen Himmelsgegend, südlich von Stern iota UMa steht der noch etwas schwächere Komet C2015/O1 PANSTARRS. Er ereicht eine Magnitude von nur ca. 16.10.

Meteorenströme

Auch der März ist ein nicht sehr ausgeprägter Sternschnuppenmonat. Zu erwähnen sind die Virginiden im Sternbild Jungfrau mit ca. 5 Meteoren pro Stunde und die Hydraiden im Sternbild Wasserschlange mit 2 Meteoren pro Stunde. Gelegentlich erhellt noch ein Meteor der Sigma-Leoniden mit scheinbaren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe den Nachthimmel.

Sonne und Mond

Zur Monatsmitte ist Sonnenaufgang um ca. 06:30 Uhr und Sonnenuntergang gegen 18:20 Uhr. Die Sonne wechselt an diesen Tagen vom Sternbild Wassermann in das der Fische. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Andromeda, Pegasus, Fische und Wassermann.

Neumond ist am Mittwoch, den 6. März im Sternbild Wassermann und Vollmond am Donnerstag, den 21. März im Sternild Jungfrau.