Himmelsansicht am 15. März um 22:00 Uhr. (Albireo V. 1.3.2)

Während im März die hellen Sternbilder des Winters nur noch in der ersten Hälfte der Nacht zu sehen sind, erklimmen neue Konstellationen den Horizont im Osten. Die Objekte, die sie beherbergen, sind jedoch viel, viel weiter entfernt als die des Winterhimmels…

Zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 Uhr ist die bisher dominierende Wintermilchstraße mit ihren hellen Sternbildern bereits weit auf die westliche Himmelshälfte gerückt. Doch die Sternbilder des Winters, wie z.B. Orion, Zwillinge und auch der kleine Hund sind noch gut in der ersten Nachthälfte zu sehen und laden weiterhin zu astronomsichen Beobachtungstouren ein.

Direkt über uns im Zenit befindet sich der Große Bär. Er ist ein wichtiges Leitsternbild und dient dem Laien als Wegweiser zu anderen Sternen und Sternbildern.

Doch im Osten tut sich ein gewaltiges Nichts auf; denn die Sternbilder, die nun kommen, enthalten weit weniger helle Sterne; auch die Zahl der Sterne, die man erkennen kann, ist geringer. Zu den hellsten Sternen in diesem Himmelsabschnitt zählen Arktur im Bärenhüter, Regulus im Löwen und Spica im Sternbild Jungfrau. Der Grund für die fehlenden Sterne liegt darin, dass zum beginnenden Frühling der nächtliche Blick auf den Sternenhimmel herausführt aus der Ebene unserer Milchstraße – hin zur gewaltigen Leere des intergalaktischen Raums. Da uns in dieser Sichtachse die Staubwolken unserer Galaxie nicht mehr stören, können wir millionenfach weiter in den Kosmos schauen – hin zu fernen Welteninseln!

Auf eine der ersten Galaxien, die wir im Sternenhimmel des beginnenden Frühlings stoßen, sind die des Löwen. Als eine der westlichsten Galaxien, die auch mit kleineren Fernrohren zu beobachten sind, zählt die Spiralgalaxie NGC 2903. Obwohl sie relativ hell ist, scheint sie damals dem Astronomen Charles Messier während seiner Himmelsdurchmusterung wohl entgangen zu sein.

NGC 2903
Galaxie NGC 2903 im Löwen

Planeten

Der März 2021 ist ein recht planetenarmer Monat. Lediglich in den Abendstunden lässt ich noch unserer äußerer Nachbarplanet Mars beobachten. Er durchläuft in der ersten Monatshälfte gerade das Goldene Tor der Ekliptik zwischen den Sternhaufen der Plejaden und Hyaden im Sternbild Stier.

Mars im Goldenen Tor der Ekliptik (Albireo V.1.3.2)

Noch weiter im Westen ist ebenfalls in den Abendstunden Planet Uranus zu erkennen. Er versinkt jedoch bereits um 22:00 Uhr im Dunst des Westhorizonts.

Von den übrigen Planeten fehlt jede Spur; sie stehen zusammen mit der Sonne am Tageshimmel. Ringplanet Saturn hat sich allerdings schon recht weit westlich von der Sonne gelöst; zu einer Morgensichtbarkeit reicht es im März noch nicht.

Meteorenströme

Im März erhellen drei Meteorenströme den Sternenhimmel; sie sind jedoch nicht sehr auffällig.

Die Virginiden haben ihren Ausstrahlungpunkt im Sternbild Jungfrau und sind in der 2. Nachthälfte zu sehen. Es ist mit ca. 5 Meteoren pro Stunde zu rechnen.

Die Hydraiden sind ein südlicher Meteorenstrom im Sternbild Wasserschlage. Ihre Fallraten sind gering und betragen etwa 2 Meteore pro Stunde. Durch ihre südliche Lage fallen sie bei uns im Norden kaum auf.

Weiter nördlich, im Sternbild Löwen, habe die Sigma-Leoninden ihren scheinbaren Ausstrahlungspunkt. Sie können ab dem Monatsende beobachtet werden.

Kometen

In unmittelbarer Nähe des kleinen Hantelnebels M76 im Sternbild Perseus befindet sich zu Monatsmitte Komet C/2019 L3 ATLAS. Er erreicht eine scheinbare Magnitude von ca. 14.8. Sichtbar ist er in größeren Teleskopen oder mit fotografischer Technik.

Westlich des Orions befindet sich am 15. März Komet C/2021 A$ NEOWISE. Er erreicht nur eine Helligkeit von ca. 16.4 und ist somit nur Astrofotografen vorbehalten.

Im Bärenhüter, auf halber Strecke zwischen dem letzten Deichselstern Benetnasch des Großen Wagens und Arktur, dem Hautstern des Bärenhüters, befindet sich am 15. Märt Komet C/2020 T2 PALOMAR. Er entwickelt eine Helligkeit von ca. 14.9 und ist ebenfalls nicht direkt freiäugig sichtbar.

Sonne & Mond

Sonnenaufgang ist am 15. März gegen 06:30 MEZ, Sonnenuntergang um 18:20 Uhr. Die Sonne befindet sich zu diesem Zeitpunkt an der Grenze der Sternbilder Wassermann und Fische. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia, Andromeda, Pegasus, Fische, Wassermann und Südlicher Fisch.

Neumond ist am Samstag, den 13. März im Sternbild Wassermann. Vollmond ist am Tag der Sommerzeitumstellung, dem Sonntag des 28. Märzes im Sternbild Jungfrau.