Sternenhimmel am 15. September 2018 gegen 23:00 MESZ –  Albireo V.0.9.6

Der Sommer neigt sich langsam seinem Ende zu. Die Nächte werden wieder richtig dunkel und dauern auch etwas länger. Auch das dem Astronom bekannte Sommerdreieck, bestehend aus den hellen Sternen Deneb, Wega und Altair ist zur Standardbeobachtungszeit um 23:00 Uhr MESZ bereits auf die Westhälfte des abendlichen Himmels gewandert.

Andromedagalaxie M31
Andromedagalaxie M31 – unser nächster Nachbar in ca. 2.5 Mio. Lichtjahren Entfernung

An der Osthälfte des Himmels steigt bereits Pegasus, das geflügelte Pferd der Dichter und Denker, hoch über den Horizont. Die vier Sterne Markab , Scheat, Algenib und Alpheratz, die seinen Rumpf beschreiben, bilden das sogenannte Herbstviereck. Östlich davon schließt sich ab dem Stern Alperatz (auch Sirrah genannt) die Sternenkette der Andromeda an. Der gleichnamige Andromedanebel – unsere Nachbargalaxie – ist hier beheimatet. Man kann sie in dunkler Nacht bereits mit dem bloßem Auge als schwaches, ausgedehntes Lichtfleckchen erkennen. Sie ist mit 2.5 Mio Lichtjahren das am weitesten entfernte Objekt, welches man freiäugig erkennen kann.

NGC 281 (Pacman-Nebel)
NGC 281 – Pacman-Nebel in der Kassiopeia, 9500 Lichtjahre entfernt

Nordöstlich davon ist das Himmels-W, die Kassiopeia, zu erkennen. Auch sie gewinnt in den ersten Herbstmonaten rasch an Höhe. Dieses Sternbild hält für den DeepSky-Experten viele interessante Objekte bereit, da es inmitten der Milchstraße liegt. Auch eine begleitende Zwerggalaxie unserer Milchstraße hält sich hier versteckt.

Planeten

In der ersten Nachthälfte lassen sich am Südhorizont noch die Planeten Saturn und Mars gut beobachten. Letzterer stand am 27. Juli in sehr naher Distanz in Opposition. Doch insbesondere Neptun im Wassermann und Uranus in den Fischen sind nun in Reichweite unserer Teleskope. Durch die großen Entfernungen – sie zählen zu den entferntesten und kältesten Planeten unseres Sonnensystems – lassen sich zwar keine Oberflächendetails ausmachen; aber sie faszinieren trotzdem durch ihre eigenartige türkisfarbene und grünliche Färbung ihrer Atmosphären.

Frühaufsteher haben zudem noch die Möglichkeit, in der ersten Septemberwoche den Planeten Merkur am Osthorizont kurz vor Sonnenaufgang zu erspähen.

Kometen

Nordöstlich vom östlichen Horn des Stieres (Zeta Tau) hält sich zur Monatmitte Komet 21P/Giacobini-Zinner auf. Er erreicht eine Helligkeit von ca. 11.84 mag und ist somit nur mit dem Fernrohr oder fotographisch zu beobachten.

Weiter östlich, an der Grenze zum Orion, kann Komet 38P/Stephan-Oterma entdeckt werden. Er ist jedoch etwas schwächer als 21P/Giacobini-Zinner.

Und schließlich noch 78P/Gehrels 2. Er steht im Wassermann südlich des Sterns beta Aqr. Durch seine geringe scheinbare Helligkeit von etwa 13.25 und der stark südlichen Position ist er jedoch selbst für Fernrohrbesitzer ein eher schwierigeres Objekt.

Meteorenströme

Im September gibt es drei unterschiedliche Sternschnuppenströme zu beobachten: Die Pisciden mit Ausstrahlungspunkt in den Fischen schaffen es etwa auf 7 Sternschnuppen pro Stunde. Die Tauriden mit Ausstrahlungspunkt im Stier zur 2. Nachthälfte sind etwas schwächer ausgeprägt; ebenso die Aurigiden im Sternbild Fuhrmann.

Sonne und Mond

Sonnenaufgang ist zur Monatmitte um 06:50 MESZ.  Sonnenuntergang gegen 19:35 MESZ. Die Sonne steht dabei im Grenzgebiet der Sternbilder Löwe und Jungfrau. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Giraffe, Drache, Großer Bär, Löwe und Becher.

Neumond ist am Sonntag, den 9. September im Sternbild Löwe, Vollmond ist am Dienstag, den 25. September im Sternbild Fische.