Für Euch von den Stecknitz-Astros vom Himmel geplückt!

Im März verabschieden sich so langsam die leuchtenden Sternbilder des Winters. Man blickt in der Nacht nun nicht mehr direkt in unsere Milchstraße, sondern aus ihr heraus in die unendlichen Weiten des Kosmos. Hier finden sich neben einzelnen Sternen und planetarischen Nebeln hauptsächlich weit entfernte Sterneninseln – die Galaxien.

Feuerradgalaxie M101

Die Feuerradgalaxie M101 besitzt ungefähr mit ca. 170.000 Lichtjahren Ausdehnung die gleiche Größe wie unsere Milchstraße und ist mit ca. 16 Millionen Lichtjahren Entfernung uns im galaktischen Maßstab noch ziemlich nah.

Die Feuerradgalaxie, eine Spiralgalaxie in Draufsicht, ist für Astrofotografen ein begehrtes Objekt; ihre wahre Schönheit zeigt sie aber erst nach einigen Stunden geduldiger Belichtungszeit. Sie befindet sich nördlich der beiden Deichselsterne Alkaid und Mizar im Großen Wagen.

Die Feuerradgalaxie würde uns uns fast so groß wie die Sonne oder der Vollmond erscheinen; sie ist aber aufgrund ihrer schwachen Helligkeit leider nicht freiäugig zu beobachten. Eine mondlose Nacht, ein mittleres Teleskop und ein geschultes Auge sind für ihre visuelle Beobachtung erforderlich.

Die Surfbrettgalaxie M108

Eine weitere, jedoch nicht so bekannte Sterneninsel ist die sog. Surfbrettgalaxie M108 im Großen Bären in visueller Nachbarschaft zum Kastenstern Merak und zum weitaus bekannteren Eulennebel M97. Die Galaxie M108, eine Balkenspirale des Typs Sc, zeigt sich uns von ziemlich schräger Seitenansicht und offenbart ein chaotisches Regime, durchzogen von aktiven H-alpha-Sternentstehungsgebieten und girlandenartigen Staubbändern. Sie ist ebenfalls eine Quelle mehrerer exotischer Objekte, die starke Röntgenstrahlung freisetzen. Auch eine Supernova konnte dort im Jahr 1969 beobachtet werden.
Die Entfernung zu dieser Galaxie beträgt ca. 34 Millionen Lichtjahre. Das zugehörige Bild zeigt eine langzeitbelichtete Übersichtsaufnahme, in der ansatzweise noch viele weitere Hintergrundgalaxien erkennbar sind.

Die Strudelgalaxie M51

Im Grenzbereich zwischen dem Großen Bären und den Jagdhunden befindet sich die berühmte Strudelgalaxie M51 (NGC 5294, auch Whirlpoolgalaxie genannt). Es handelt sich aber in Wirklichkeit um zwei miteinander wechselwirkende Galaxien; die kleinere von beiden trägt die Katalognummer NGC 5195. Sie sind etwa 25 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Das eindrucksvolle Foto, aufgenommen in der Nähe der Eulenspiegelstadt Mölln, wurde von unserem Astrofotografen Torsten Thorhauer zur Verfügung gestellt.
Die durch Gezeitenströme verursachten Materiebewegungen zwischen den Galaxien haben zu sehr aktiven Sternbildungsprozessen geführt; begeleitet von drei Supernovaausbrüchen in den letzten 17 Jahren.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.