Das Leo-Galaxien-Triplett
Jede Galaxie müsste zigtausende von bewohnbaren Planeten beherbergen. Doch wo sind die Aliens?

Hat Klimawandel etwas mit Astronomie zu tun? Diese gemeinsame Verknüpfung gibt es tatsächlich. Und zwar auf eine ganz beunruhigende Weise. Sie hat etwas mit der Seltsamkeit zu tun, warum es da draußen im All so still ist, während wir auf außerirdische Signale lauschen.

Das Fermi-Paradoxon

Ausgangspunkt ist das sogenannte Fermi-Paradoxon. Es wirft die Frage auf, warum wir noch kein einziges außerirdisches Signal einer Alien-Zivilisation empfangen haben. Denn die Anzahl von Exo-Planeten, auf denen intelligentes Leben möglich sein müsste, ist enorm hoch.

Offensichtlich ist das Emporkommen einer Zivilisation, die imstande ist, ihren Heimatplaneten zu verlassen, mit drastischen Nebenwirkungen verbunden. Zu dieser Erkenntnis kommt Adam Frank, Professor für Astronomie und Physik an der Universität zu Rochester. Denn: Eine Zivilisation benötigt zu ihrer Existenz und Entwicklung eine entscheidende Ressource: Energie. Die einfachste Form der Energie-Nutzbarmachung ist das Verbrennen von (fossilen) Energieträgern auf der Planetenoberfläche. Das führt gezwungenermaßen zu einer Reaktion der Atmosphäre des Heimatplaneten: Dem Klimawandel z.B. aufgrund eines Treibhauseffektes. Wird diese fatale Entwicklung nicht rechtzeitig erkannt, führt das zu einer katastrophalen Verschlechterung der Existenzvoraussetzungen von intelligentem Leben.

Der Todesfaktor

Es gibt, wie Prof. Frank erkannte, vier mögliche Entwicklungsszenarien. Drei von ihnen führen in den Untergang; nur eine von ihnen würde eine hochentwickelte Zivilisation langfristig absichern.

Verknüpft man nun die Erkenntnis des Fehlens von Alien-Signalen mit den Entwicklungsmöglichkeiten von Hochzivilisationen, so stellt man fest, dass der Wahrscheinlichkeitsfaktor, den ‚guten‘ Entwicklungsweg zu nehmen, extrem gering sein muss. Dieser Faktor ist in der Lage, die Gesamtwahrscheinlichkeit auf fast Null zu reduzieren, obwohl da draußen im All gigantisch viele Planeten in habitablen Zonen um ihre Sonnen kreisen müssten.

Ist alles schon zu spät?

Ob wir bereits unser Blatt überreizt haben, lässt sich nur in der Zukunft beantworten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Zivilisationen in diesem Kontext überleben, ist zwar gering, aber nicht Null. Wir dürfen nur nicht handeln, wenn es schon zu spät ist. Noch haben wir die Möglichkeit eine Hochtechnologie dafür einzusetzen, die bevorstehende Katastrophe abzuwenden. Aber die Luft wird langsam dünn.

Es wäre jammerschade, wenn in dem Moment, wo es vielen Menschen auf der Erde möglich ist, Astronomie zu betreiben und den Blick ins All zu werfen, dieses der letzte Blick ist, den die Menschheit kurz erhascht hat, bevor sie erlosch.

Referenzen

http://www.rochester.edu/newscenter/astrobiology-alien-apocalypse-can-any-civilization-make-it-through-climate-change-322232/

https://www.youtube.com/watch?v=uoISn18qP_E&feature=youtu.be

https://www.ess.washington.edu/people/profile.php?pid=ward–peter

http://www.nickbostrom.com/extraterrestrial.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Fermi-Paradoxon