Cookie-freie Webseite: Wir speichern keine Tracking-Daten auf Ihrem Computer!

Sternenhimmel im Juli 2020 – Albireo 1.2.1 Professional

Trotz der noch relativ hellen und kurzen Nächte des Hochsommers bietet der Sternenhimmel viele interessante Highlights, die der Hobbyastronom auf keinen Fall verpassen sollte. Hierzu gehört der in diesem Monat ein besonderer Komet und der eindrucksvolle Tanz der Planeten; auch die Sommermilchstraße zeigt ihre schönsten Objekte. Und sogar in der Atmosphäre unserer Erde lässt sich zu dieser Zeit Geheimnisvolles beobachten…

Ganz nah

Blickt man in sternklarer Nacht zum aufgehellten Nordhorizont, so lassen sich an einigen Tagen des Monats silbrig glänzende Wolken beobachten. Sie unterscheiden sich schon rein optisch von normalen Wetterwolken, denn neben ihrer Färbung besitzen sie eine sehr fein gegliederte Struktur. Auch ihr dynamische Verhalten unterscheidet sich von normalen Wetterwolken. Kein Wunder; denn es sind auch gar keine Wetterwolken, sondern sogenannten Leuchtende Nachtwolken (NLCs), welche sich in 80 km Höhe weit über dem Wettergeschehen befinden.

Leuchtende Nachtwolken über dem Nordhorizont

Die Sonne befindet sich im Sommer zur Nachtzeit nur einige Grad unter dem Nordhorizont und beleuchtet die hoch gelegegene Mesosphäre; eine Atmosphärenschicht, die oberhalb der Troposphäre liegt, in der sich das Wettergeschehen abspielt. Doch auch in der Mesosphäre gibt es Wolken, die aus Staub und Eis bestehen und eine ganz eigene Dynamik und Struktur aufweisen.
NLCs können freiäugig beobachtet werden; liefern aber auch gute Fotomotive ab.

… und ganz fern

Sommermilchstraße und Lichtverschmutzung

Doch auch in südlicher Richtung tut sich Bemerkenswertes: Mit fortschreitender Jahreszeit werden die Nächte nun wieder etwas dunkler und die Sommermilchstraße bekommt Gelegenheit, ihre Schätze zu zeigen. Sie steht zur Standardbeobachtungszeit gegen 23:00 Uhr MESZ tief im Süden; hier blickt man in das Zentrum unserer Galaxie. Viele DeepSky-Objekte sind in dieser Sichtachse aufzufinden: Sternhaufen, Kugelsternhaufen, leuchtende Gasnebel und planetarische Nebel – alles was das Herz eines Hobbyastronomen begehrt. Viele Messierobjekte sind hier zu finden, z.B. M8 (Lagunennebel), M16 (Adlernebel), M17 (Omeganebel), M29 (Trifidnebel), Kugelsternhaufen M22 usw.

Planeten

Der Juli 2020 ist zweifelsohne der Monat der Planeten.

Gegen 23:00 Uhr MESZ lassen sich Jupiter und Saturn sehr gut beobachten; sie stehen südlich zwischen den Sternbildern Schütze und Steinbock. Beide Planeten erreichen im Juli (am 14. bzw. 20.) ihre Oppositionsstellung zur Sonne. Sie stehen nun in minimaler Entfernung zur Erde und damit in bester Beobachtungsposition. Auch Zwergplanet Pluto errecht im Juli (am 15.) seine Oppositionsstellung vor dem Sternbild Schütze. Um ihn aufzufinden, ist aufgrund seiner geringen Helligkeit und großen Distanz ein größeres Teleskop erforderlich. Er befindet sich in etwa knapp mittig unterhalb der Verbindungslinie Saturn und Jupiter.

Auch Planet Mars wird zusehends heller und kann gut in der 2. Nachthälfte beobachtet werden. Im August wird er von der Erde auf der Innenbahn überholt. Doch schon jetzt kann man versuchen, nach Oberflächendetails Ausschau zu halten; ein Teleskop mit höherer Vergrößerung ist hier von Vorteil.

Dem Mars läuft westlich der sonnenfernste ‚echte‘ Planet Neptun voraus. Er steht in den Fischen und kann mit einem Teleskop die gesamte 2. Nachthälfte gut beobachtet werden.

In den Morgenstunden lässt sich die Venus als Morgenstern am Himmel beobachten. Sie erreicht am 10. ihren höchsten Glanz. Auch Merkur, der sonnennächste Planet, ist am Monatsende als 2. Morgenstern am Himmel in der einsetzenden Dämmerung eine zeitlang zu sehen.

Ein weiterer Planet, Uranus, kann ebenfalls in den Morgenstunden beobachtet werden. Um den türkisfarbenen Planeten aufzufinden, benötigt man ein Fernglas oder ein kleines Teleskop. Er hält sich zur Zeit im Sternbild Widder auf.

Meteore

Aus dem Sternbild Wassermann scheinen zwischen dem 12. und 19. Juli die Meteore der Delta-Aquariden (Juli-Aquariden) zu entspringen. Es sind maximal ca. 20 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten.

Ebenfalls zwischen dem 12. und 19. Juli ziehen am Südhorizont vor dem Sternbild Steinbock die Alpha-Capricorniden ihre Meteorspuren über den Himmel. Sind sind jedoch mit 5 Meteoren pro Stunde weit weniger aktiv als die Delta-Aquariden.

Auch die bekannten Sternschnuppen der Perseiden beginnen am 16. Juli ihre Himmelsshow. Im Juli liegt der scheinbare Ausstrahlungspunkt noch im Sternbild Kassiopeia.

Kometen

UPDATE:
Star des Himmels ist Komet C/2020 F3 NEOWISE, der zwischen dem 10. und 25. Juli am Nordhimmel zu beobachten ist. Er entwickelt eine Helligkeit von ca. 2.8mag und ist somit freiäugig zu beobachten! Seine Bahn am Himmel verläuft zwischen den Sternbildern Fuhrmann und Großer Bär. Im laufe des Monats schwächt sich seine Helligkeit aufgrund der zunehmenden Sonnendistanz ab.

Komet C/2019 N1 ATLAS steht zur Monatmitte in der Grenzregion der Sternbilder Großer Bär und Jagdhunde zwischen den Galaxien M109 und M106. Er erreicht eine Helligkeit von ca. 15.0 ist somit ein reines Teleskopobjekt bzw. fotografisch zu erfassen.

Mit einer Magnitude von 12.4 ist Komet C/2017 T2 PANSTARRS zu beobachten. Er befindet sich in der gleichen Himmelsregion zwischen den Sternbildern Jagdhunde und dem Haar der Berenike.

In Polsternnähe kann mit einer schwachen Amplitude von 15.0 Komet C/2018 N2 ASASSN beobachtet werden. Er befindet sich zur Monatsmitte im Grenzgebiet der Sternbilder Kleiner Bär, Kepheus und Giraffe.

Sonne & Mond

Sonnenaufgang ist zur Monatsmitte gegen 05.00, Sonnenuntergang gegen 21:40 MESZ. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner Hund, Einhorn und Großer Hund. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt im Sternbild Zwillinge.

Vollmond ist am Sonntag den 5. Juli im Sternbild Schütze; Neumond am Montag, den 20. Juli im Sternbild Krebs/Zwillinge.

Kategorien: Sternenhimmel