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Der Herbst hat nun am Sternenhimmel endgültig Einzug gehalten. Zu Mitternacht steht das Herbstviereck des Pegasus hoch im Süden. Die Milchstraße macht, ähnlich wie im Frühjahr, wieder Platz für den tiefen Blick in den Kosmos. Aber auch Objekte unseres Sonnensystem lassen sich in diesem Monat gut studieren, während sich andere von der Himmelsbühne verabschieden.

Das Herbsviereck besteht aus den Sternen Alpheratz (auch Sirrah genannt), Scheat, Markab und Algenib. Während der Erstgenannte zum Hauptstern der Andromeda gehört, sind die übrigen Sterne dem Sternbild Pegasus zugeordnet. Gegen Mitternacht steht es hoch am Himmel. Unterhalb des Herbstvierecks schlängeln sich die Fische hindurch. Der Sternenring des ersten Fischkopfes befindet sich unterhalb des Herbstvierecks; der zweite, kleinere, knapp unterhalb der Sternenkette der Andromeda. Das Sternbild Fische ist normalerweise recht schwierig auszumachen, da es nur aus Sternen mit geringer scheinbarer Helligkeit zusammengesetzt ist. Doch in diesem Oktober ist es anders; denn in seinem südlichen Knickpunkt der beiden Fische befindet sich Planet Mars. Er leuchtet sehr hell, da er sich in Oppositionsstellung zur Erde befindet; die in diesem Monat den roten Planeten auf der Innenbahn überholt.

Die Sternbilder Dreieck, Andromeda, Pegasus und Fische beherbergen viele Galaxien; die prominentesten sind natürlich der Andromedanebel M31 und die Dreiecksgalaxie M33. Aber auch im Sternbild Fische befindet sich eine lohnenswerte Messier-Galaxie; es ist der Spiralnebel M74.

Galaxie M74
Spiralgalaxie M74 in den Fischen, etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt

Weitere NGC-Galaxien können am westlichen Kopf der Fische beobachtet werden; etwa NGC 7785, NGC 7626 oder NGC 7562. Betrachtet man Stern Mirach (beta And) im Teleskop, so kann man im Hintergrund ebenfalls eine Galaxie erspähen, die fast gleichauf in Mirachs Sichtachse liegt und dementsprechend Mirachs Geist genannt wird.

Planeten

Wie zuvor schon genannt, ist im Oktober 2020 Mars der dominante Planet am Nachthimmel. Er steht am 14. Oktober in Opposition zur Erde. Bereits einige Tage zuvor, am 6. Oktober, erreicht er seine kürzeste Distanz zur Erde. Dass dieses Ereignis nicht exakt mit dem Oppositionszeitpunkt zusammenfällt, liegt an der elliptischen Bahn unseres Nachbarplaneten.

Die Planeten Saturn und Jupiter verabschieden sich langsam aber sicher von der Himmelsbühne; sind aber noch in den Abendstunden am Südwesthimmel aufzufinden.

Uranus und Neptun hingegen können fast die gesamte Nacht über studiert werden: Neptun steht im Sternbild Wassermann nahe Stern phi Aqr und Uranus weiter westlich im Widder nahe der Grenze zum Walfisch (Cetus). Am 31. Oktober erreicht auch Uranus die Oppositionsstellung und damit die dichteste Distanz zur Erde.

Die Venus bleibt uns im Oktober als Morgenstern erhalten; sie erklimmt den Osthorizont gegen 05:00 Uhr; etwa 2 1/2 Stunden vor Sonnenaufgang.

Kometen

Mit einer scheinbarer Magnitude von ca. 13.9 steht Komet C/2020 M3 (ATLAS) westlich des Sterns epsilon Lep im Sternbild Hase. Er kann zusammen mit dem Kugelsternhaufen M79 gesehen bzw. fotografiert werden.

Nördlich des Sterns Alpha Dra, zwischen den Sternbildern Drache und Kleiner Bär, befindet sich zur Monatsmitte Komet C/2018 N2 (ASASSN). Er entwickelt eine Magnitude von ca. 15.8 und ist wie auch C/2020 M3 ein reines Fernrohrobjekt bzw. ausschließlich fotografisch erfassbar.

Meteorenschauer

Im Oktober sind einige kleinere Meteorenschauer aktiv. Unter ihnen sind z.B. die Delta-Draconiden (Giacobiniden) mit scheinbarem Ausstrahlungspunkt im Sternbild Drache. Ihr Ursprung lässt sich auf dem Kometen 21P/Giacobini-Zinner zurückführen. Manchmal sind bei diesem Strom jedoch auch erheblich Fallraten beobachtet worden. So gesehen sind die Delta-Draconiden immer für eine Überraschung gut!

Etwas verlässlicher sind in der zweiten Nachthälfte die Orioniden mit Ausstrahlungspunkt im Sternbild Orion. Es sind ca. 25 Meteore pro Stunde zu erwarten. Sie können den gesamten Oktober beobachtet werden.

Etwas weiter nordöstlich ziehen in der zweiten Nachthälfte vom 14. – 27. Oktober die Epsilon-Geminiden mit dem Austrahlungspunkt im Sternbild Zwillinge ihre Leuchtspuren über den Nachthimmel.

Ebenfalls in der 2. Nachthälfte können vom 19. – 27. Oktober die Leonis-Minoriden mit scheinbarem Ausstrahlungspunkt im Sternbild Kleiner Löwe beobachtet werden.

Die Sternschnuppen Nördlichen und Südlichen Tauriden begleiten uns hingegen den gesamten Herbst hinweg (September – Dezember). Sie stammen vom Kometen 2P/Encke und anderen Planetoiden und haben ihren Ausstrahlungspunkt zwischen den Sternbildern Widder und Stier.

Sonne & Mond

Sonnenaufgang ist zur Monatsmitte gegen 07:45 MESZ, Sonnenuntergang gegen 18:15 Uhr. Die Sonne befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Sternbild Waage nahe dem Hauptstern Spica. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Drache, Großer Bär, Jagdhunde, Haar der Berenike, Jungfrau und Wasserschlange.

Eine Besonderheit, die den Mond betrifft, ereignet sich in diesem Monat: Am Donnerstag, den 1. Oktober und am Samstag, den 31. Oktober ist Vollmond; der 2. Vollmond in einem Monat wird auch Bluemoon genannt.
Der erste Vollmond steht dabei im Sternbild Walfisch (Cetus) und der 2. Vollmond im Widder an der Grenze zum Walfisch.
Der Neumond ereignet sich am Freitag, den 16. Oktober im Sternbild Jungfrau.