Im Oktober kommen die nächtlichen Himmelsbeobachter voll auf ihre Kosten. Und die immer länger andauernden Nächte ermöglichen auch immer bessere Astrofotos unserer Astrofotografen! Ausgangspunkt für viele Himmelsbeobachtungen dürfte das Herbstviereck des Pegasus sein – es dominiert nun den Nachthimmel. Und mit ihm unsere Nachbargalaxien der lokalen Gruppe – der Andromedanebel und die Dreiecksgalaxie. Hinzu kommen noch Kugelsternhaufen und imposante Gasnebel; aber auch Planeten lassen sich in diesem Monat gut beobachten.

Die wohl interessantesten Objekte des Nachthimmels, die sowohl von Anfängern als auch von den mit allen kosmischen Wassern gewaschenen Astrofreaks gleichermaßen heiß begehrt sind, stehen nun hoch am Nachthimmel. Es sind die Andromeda-Galaxie im Sternbild Andromeda und die Dreiecksgalaxie im Sternbild Dreieck. Beide stehen in der gleichen Himmelsregion; man sie daher auch sehr gut miteinander vergleichen. Während die Andromedagalaxie – sie ist ca. 2.2 Millionen Lichtjahre entfernt – noch mit bloßem Auge gesehen werden kann, benötigt man für die Dreiecksgalaxie zur visuellen Beobachtung ein kleines Fernrohr mit nicht allzu kleiner Öffnung (mindestens 70 mm).

Andromedagalaxie Messier 31
Andromedagalaxie im Sternbild Andromeda. Entfernung ca. 2.2 Mio. Lichtjahre.

Auch helle Kugelsternhaufen gibt es am Sternenhimmel zu beobachten; hervozuheben ist etwa Messier 15 am Kopf des Pegasus und etwas weiter südlich Messier 2 im Sternbild Wassermann.

Kugelsternhaufen Messier 15
Kugelsternhaufen M15 im Pegasus. Enternung 30.000 Lichtjahre. Im Zentrum von M15 ist ein schwarzes Loch von ca 4000 Sonnenmassen nachgewiesen worden.

Weiterhin gibt es auch fantastische Gasnebel am Herbsthimmel zu fotografieren: So z.B. der Pacman-Nebel im Sternbild Kassiopeia und der riesige Kalifornia-Nebel im Sternbild Perseus.

Planeten

Die Gasriesen Jupiter und Saturn stehen im Sternbild Steinbock und können in der 1. Nachthälfte noch eingehend studiert werden. Sie sind in dieser Himmelsregion sehr auffällig, da sie die einzigen hellen Lichtpunkte darstellen.

Wer ein Fernrohr sein Eigen nennen kann, sollte auch unbedingt den türkisfarbenen Uranus aufsuchen; er erreicht im kommenden Monat seine kürzeste Distanz zur Erde (Opposition). Auch der sonnenfernste ‚echte‘ Planet Neptun kann bereits mit einem kleinen Fernrohr beobachtet werden; er verrät sich durch sein ruhiges bläuliches Leuchten unter den Sternen.

Venus und Merkur sind ebenfalls am Himmel vertreten. So kann Venus tief im südwesten für eine kurze Zeit nach Sonnenuntergang beobachtet werden; Merkur hingegen kurz vor Sonnenaufgang am Osthorizont.

Kometen

Komet C/2019 L3 (ATLAS) steht mit einer Helligkeit von 13.8 zur Monatsmitte im Sternbild Fuhrmann. Er kann, wie alle Kometen in diesem Monat, ausschließlich mit Lichtstarken Fernrohren oder auch fotografisch beobachtet werden.

Im Sternbild Stier steht am 15. Oktober Komet 4P/Faye. Er erreicht eine scheinbare Helligkeit von ca. 13.3. Im gleichen Sternbild ist auch der 10.53mag- helle Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko zu finden.

Sternschnuppen

Wie der September zählt auch der Oktober zu den meteorreichen Sternschnuppenmonaten. Im ganzjährig sichtbaren Sternbild Drache sind die sog. Delta-Draconiden zu sehen, dessen unterschiedlich stark ausgeprägtes Maximum am 8. Oktober erwartet wird. Ursprung dieses Stromes ist Komet 21/P Giacobini-Zinner; daher ist dieser Strom auch als Giacobiniden bekannt.

Den gesamten Monat Oktober hindurch können zur vorgerückter Stunde die Orioniden im aufgehenden Sternbild Orion beobachtet werden. Das Maximum mit ca. 29 Meteoren pro Stunde fällt auf den 21. Oktober.

Etwas unauffälliger sind die Epsilon-Geminiden, die im Sternbild Zwillinge ihren Ausstrahlungspunkt haben. Es ist mit ca. nur 3 Meteoren pro Stunde zu rechnen. Ihr Maximumstag ist der 18. Oktober. Ähnliche Fallraten haben die Leo-Minoriden, die am frühen Morgen am Osthimmel auftauchen. Sie erreichen am 27. Oktober ihr Maximum.

Komet 2P/Encke ist Verursacher des nördlichen und südlichen Tauriden-Meteorenstroms. Scheinbarer Ausstrahlungspunkt ist der Grenzbereich der Sternbilder Stier und Widder.

Sonne & Mond

Die Sonne steht zur Monatsmitte im Sternbild Jungfrau; der Sonnenmeridian führt durch die Sternbilder Drache, Großer Bär, Jagdhunde, Haar der Berenike und Jungfrau. Sonnenaufgang ist an diesem Tag um 07:45 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18:20 Uhr MESZ. Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit erfolgt am 31. Oktober in der Nacht zum Sonntag.

Neumond ist im Mittwoch, den 6. Oktober im Dreiländereck der Sternbilder Fische, Widder und Walfisch (Cetus). Vollmond ist am Mittwoch, den 20. Oktober im Sternbild Jungfrau.