Den Hobby-Astronomen freut’s: Endlich wieder längere und dunklere Nächte! Nun werden auch die Beobachtungsbedingungen in der ersten Nachthälfte für Astrofotografen wieder deutlich besser, um z.B. auch tiefe Aufnahmen von schwach leuchtenden Himmelsobjekten anzufertigen; etwa von der Andromeda-Galaxie. Kein Wunder; denn am 22. September wird die herbstliche Tag- und Nachtgleiche erreicht; danach sind die Nachtstunden wieder zunehmend länger als die Tagstunden.
Und am 7. September gibt es das Highlight des Monats: Eine totale Mondfinsternis über Mitteleuropa; ihre Totalitätsphase soll von ca. 19:30 bis 20:50 zu beobachten sein. Die Stecknitz-Astronomen laden zur Beobachtung ein!

Deep Sky
Im September können wir zur Standardbeobachtungszeit gegen 23:00 MESZ zwei Sternenkonstellationen sehen; jede steht für eine Jahreszeit: Das Sommerdreieck im Südwesten (zusammengesetzt aus den Sternen Deneb, Wega und Altair) und im Südosten das Herbstviereck – bestehend aus den Sternen Alpheratz (Sirrah), Scheat, Markab und Algenib. Letzteres gehört zum Sternbild Pegasus; der nordöstliche Eckstern Alpheratz ist dem Sternbild Andromeda zugeordnet. In diesem Sternbild befindet sich auch die berühmte Andromedagalaxie Messier 31. Sie ist mit 2.5 Millionen Lichtjahren Entfernung das am weitesten entfernte Objekt, welches noch mit bloßem Auge beobachtet werden kann.
Südlich des Pegasus erstreckt sich das Sternbild Fische. Es ist nicht leicht zu erkennen, da es aus Sternen schwacher scheinbarer Helligkeit besteht. In diesem Sternbild fallen knapp südlich des westlichen Kopfes der Himmelsäquator und die Ekliptik zusammen. Die Sonne befindet sich im Frühling zur Tag- und Nachtgleiche genau auf dieser Position in den Fischen. Nun, zum Herbstbeginn, steht die Sonne direkt gegenüberliegend auf dem zweiten Schnittpunkt dieser Himmelslinien im Sternbild Jungfrau.
Westlich der Fische befindet sich ein ebenfalls relativ sternarmes Areal, welches durch die Sternbilder Wassermann und Steinbock besetzt wird. Im Wassermann befindet sich der berühmte Helixnebel NGC 7293; wegen seiner Form auch Sonnenblumennebel oder Auge Gottes genannt. Es handelt sich dabei um einen uns relativ nahe gelegenen planetarischen Nebel in 650 Lichtjahren Entfernung. Durch seine weit südliche Stellung in -20.5° Deklination ist er in Mitteleuropa sehr horizontnah und nicht so leicht zu beobachten.

Planeten
Eng beieinander stehend können die Planeten Saturn und Neptun in den Fischen beobachtet werden. Sie sind bereits in der ersten Nachthälfte zu sehen. Beide Planeten erreichen auch im September ihre Oppositionsposition zur Sonne: Saturn am 21. und Neptun am 23. September. Sie können daher die gesamte Nacht über beobachtet werden und erreichen ihre geringste Entfernung zur Erde.
Zwergplanet Ceres steht im Cetus an seiner großen Schwanzflosse. Er erklimmt die südöstliche Horizontline gegen 23:00 MESZ.
Zur gleichen Zeit steigt weiter nördlich im Sternbild Stier am sogenannten Goldenen Tor der Ekliptik auch Uranus über die Horizontlinie. Um Uranus, Neptun und Ceres zu beobachten, ist allerdings ein Teleskop erforderlich.
Gegen 02:00 überschreiten schließlich die Zwillinge den Nordosthorizont – und mit ihnen Riesenplanet Jupiter, der mit seiner Strahlkraft bis in die morgendliche Dämmerung hineinreicht.
Wenn es gegen 05:00 bereits dämmert und der Krebs aufgestiegen ist, folgt ihm die immer noch sehr auffällige Venus, die sich zwischen ihm und dem Löwen befindet.
Kometen
Wie üblich, können voraussichtlich im September 2025 keine Kometen mit bloßem Auge beobachtet werden. Um sie zu detektieren, ist eine astrofotografische Ausrüstung mit Langzeitbelichtung erforderlich. Folgende Kometen sind dabei zu empfehlen:
Zur Monatsmitte ist in der zweiten Nachthälfte Komet C/2025 A6 (Lemmon) östlich der Hauptsterne Kastor und Pollux zwischen den Sternbildern Luchs, Krebs, Zwillinge und Löwe zu beobachten. Er erreicht voraussichtlich eine scheinbare Helligkeit von etwa 11.6.
Im Sternbild der Nördliche Krone, nahe Stern ι Crb hält sich zu dieser Zeit mit einer scheinbaren Magnitude von 14.6 Komet C/2024 E1 (Wierzchos) auf. Er kann in der ersten Nachthälfte beobachtet werden.
In direkter Nachbarschaft zur Venus am Morgenhimmel steht zwischen den Sternbildern Löwe und Krebs Komet P/2016 J3 (STEREO). Er erreicht eine scheinbare Helligkeit von ca. 10.7mag.
Nordwestlich des Siebengestirns (Plejaden) befindet sich am 15. September mit einer scheinbaren Magnitude von etwa 14.7 Komet C/2022 N2 (PANSTARRS). Aufgrund seiner Himmelsposition ist er fast die gesamte Nacht über beobachtbar.
Meteorenströme
Anfang September erreichen die Alpha-Aurigiden ihr Maximum. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Fuhrmann. Auch im Sternbild Perseus ist noch Sternschnuppen-Aktivität. Zum 9. September können hier die Meteore der Epsilon-Aurigiden mit etwa 10 Schnuppen pro Stunde beobachtet werden.
Das Sternbild Fische ist Ausstrahlungspunkt der Pisciden mit Fallraten von etwa 7 Meteoren pro Stunde. Ihr Maximum wird am 19. September erreicht.
Die Südlichen Tauriden sind im Sternbild Stier aktiv. Sie erreichen am Maximumstag, dem 9. September Fallraten von etwa 5 Meteoren pro Stunde.
Sonne & Mond
Sonnenaufgang ist am 15. September gegen 6:50 MESZ, Sonnenuntergang um 19:35. Die Sonne steht an diesem Tag im Sternbild Löwe an der Grenze zur Jungfrau. Der Sonnenmeridian führt durch die Sternbilder Kleiner Bär, Giraffe, Drache, Großer Bär, Löwe, Becher und Wasserschlange.
Die Vollmondphase ist am Sonntag, den 7. September im Sternbild Wassermann erreicht; an diesem Tag findet eine totale Mondfinsternis statt, die von Mitteleuropa aus beobachtet werden kann!
Die Finsternis beginnt an diesem Tag in Mitteleuropa noch vor Mondaufgang um 17:30 mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Die totale Phase im Kernschatten der Erde beginnt um 19:30 und endet um 20:50 MESZ. Mit dem Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde um 23:00 endet die Mondfinsternis.
Neumond ist am Sonntag, den 21. September im Sternbild Jungfrau erreicht – allerdings ohne Sonnenfinsternis…
Öffentliche Himmelsbeobachtung zur totalen Mondfinsternis am 7. September
Wenn das Wetter mitspielt, laden die Stecknitz-Astronomen zur öffentlichen Beobachtung der Mondfinsternis am Fliegenberg zwischen Sierksrade und Klinkrade, Sonntag, den 7. September ab 19:00 ein – sofern das Wetter mitspielt.
Eigene Fotoapparate (mit Stativ) können gerne mitgebracht werden.
Anfahrt: Über die B208 nach Sierksrade bis zur Kreuzung mit der Dorfeiche fahren. Dann Richtung Klinkrade abbiegen. Auf einer Anhöhe erwarten Euch die Stecknitz-Astros.
Hoffentlich haben wir gutes Wetter an diesem Tag. Drückt uns die Daumen!