Helle Nächte + Mond vs. DeepSky

Messier 14
Messier 14

Der Juni ist eine echte Herausforderung für unerschrockene DeepSky-Enthusiasten. Im Norden leuchtet es hell; an Dauerbelichtung im Bereich Cassiopeia & Co ist also nicht zu denken.  Doch wenn der Mond hinzu kommt, wird es wirklich problematisch…

 So auch meine Nacht vom 06/07. Juni. Der zunehmende Mond war etwa 1/4 beleuchtet und sollte so gegen 01:15 untergehen. Ich plante meine Aufnahmeserie zwischen 00:00 und 02:00. Aber was für ein Objekt sollte es sein? Im Norden ist es zu hell, der Süden und Südwesten war vom Mondlicht ‘verseucht’. Also blieb nur ein Objekt irgendwo im Südosten. Hier steht zu dieser Zeit der Schlangenträger; u.a. bekannt für seine vielen Kugelsternhaufen, da er in Richtung Galaktisches Zentrum gelegen ist, in der die meisten dieser Objekte lokalisiert sind.

OK – aber welcher der Kugelsternhaufen hat denn die maximale visuelle Distanz zur Mondposition? Da gibt es nicht sehr viele – u.a.  Messier 14. Dieser Kugelsternhaufen gehört jedoch nicht zu den Favoriten der meisten Amateurastronomen, da er – obwohl sehr massereich –  relativ schwach leuchtet. Er liegt hinter galaktischen Dunkelwolken, die sein Licht auf der Reise zu uns etwas herunterdimmen. Aber egal – M14 soll es werden. Eine erste Session mit kurzen Einzelbelichtungen ‘a 45 Sekunden zeigte bereits seine typische Gestalt und machten Appetit auf mehr. Um die geringste Himmelshelligkeit abzuwarten, musste ich bis gegen 0:45 ausharren. Doch länger als 2 Minuten pro Einzelbild waren nicht drin, wie 5-Minuten-Probeaufnahmen deutlich zeigten. So habe ich ab 0:15 meine Darks geschossen und ab 01:15 konnte ich beginnen, eine Serie von 2-Minuten-Aufnahmen anzufertigen.

Nun zum Objekt: M14 (auch NGC 6402 genannt) ist ein Kugelsternhaufen in etwa 30000 Lichtjahren Entfernung. Er wurde am 1. Juni 1764 von Charles Messier entdeckt und ist etwa 1 Million Sonnenmassen schwer und gehört zu den größten Kugelsternhaufen unserer Milchstraße überhaupt. Dass er nicht so hell erscheint, liegt an galaktischen Dunkelwolken, die seine Helligkeit erheblich vermindern (Extinktion).

 

 

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