Die langen Nächte des Januars laden uns Hobbyastronomen zu ausgedehnten Himmelswanderungen ein. Viele bekannte Sternbilder mit den hellsten Sternen des Nachthimmels machen den Januar zu einem der ergiebigsten Beobachtungsmonate des gesamten Jahres: Orion, Zwillinge, Fuhrmann und der Große Hund mit Sirius, dem hellsten Stern des Nachthimmels, ziehen die Blicke der Menschen auf sich. Auch die Wintermilchstraße breitet sich von Süd nach Nord quer über den Nachthimmel aus.

Sternbilder & DeepSky

Zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 Uhr steht der Himmelsjäger Orion im Meridian; also direkt im Süden in seiner höchsten Position über dem Horizont. Markant sind die drei Gürtelsterne Alnitak, Alnilam und Mintaka. Und östlich oberhalb steht der rötliche Beteigeutze, westlich unterhalb der Gürtelsterne befindet sich Rigel; es sind die beiden hellsten Sterne dieses allseits bekannten Wintersternbilds. Auch das wohl bekannteste DeepSky-Objekt befindet sich im Orion: Der Große Orionnebel M42. Er ist der einzige Emissionsnebel am Firmament, der mit bloßem Auge sichtbar ist: Nämlich als kleines sternförmiges Objekt in den ‚Schwertsternen‘ des Orions; südlich unterhalb seiner Gürtelsterne.

Orionnebel M42
Orionnebel M42 im Sternbild Orion, Entfernung ca. 1300 Lichtjahre

Oberhalb des Orions befinden sich die Zwillinge mit den Hauptsternen Kastor und Pollux, der Stier mit dem rötlichen Aldebaran und in höchster, zenitnaher Stellung schließlich der Fuhrmann mit der ebenso hell strahlenden Kapella als Hauptstern.

Südlich des Orions kann man das Sternbild Großer Hund erkennen und mit ihm den hellsten Stern des Nachthimmels: Sirius.

Nordöstlich des Großen Hundes steht ein weiterer heller Stern: Es ist Prokyon; Hauptstern im Kleinen Hund.

Die Sterne Prokyon, Pollux, Kapella, Aldebaran, Rigel und Sirius formen dabei das sogenannte Wintersechseck. Alle diese Sterne stehen in der sogenannten Wintermilchstraße. Sie zeigt uns die Außenbezirke unserer Galaxie; insbesondere das Antizentrum, also die zum Zentrum der Mlichstraße genau entgegengesetzte Richtung nach außen.Das Antizentrum selbst befindet sich im Sternbild Fuhrmann.

Planeten

Zur Standardbeobachtungszeit liefern sich im Westen zwei Planeten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es sind Uranus und Mars; sie liegen zwischen den Sternbildern Widder, Fische und Cetus (Walfisch). Beide Planeten sind nur nur in der ersten Nachthälfte gut zu beobachten.

Planet Neptun steht noch weiter westlich. Er kann nur noch in den Abendstunden bis ca. 20:30 Uhr gut beobachtet werden; danach verschwindet er im Dunst des Westhorizonts.

Die übrigen Planeten machen sich rar. Jupiter, Saturn und Venus streben ihren Konjunktionsstellungen genau hinter der Sonne an; sie stehen m.a.W. am Tageshimmel und sind unbeobachtbar.

Meteorenströme

Im Januar sind im Sternild Bärenhüter die Meteore der Quadrantiden aktiv. Sie haben ihren Austrahlungpunkt im frühmorgendlichen Sternbild Bärenhüter. Es ist mit ca. 130 Meteoren pro Stunde zu rechnen!

Etwas unauffälliger sin die sog. Delta-Cancriden mit scheinbarem Austrahlungspunkt im Sternbild Krebs. Etwa 5 Meteore pro Stunde können beobachtet werden.

Kometen

Komet C/2019 L3 (ATLAS) steht zur Monatsmitte im Sternbild Kassiopeia nahe Stern α Cas (Schedir). Er erreicht eine scheinbare Helligkeit von ca. 15mag und ist daher nur ein reines Fernrohrobjekt bzw. nur fotografisch sichtbar.

Im Sternbild Drache, nahe Stern η Dra, steht am 15.01.2021 der fotografische Komet C/2018 N2 ASASSN. Er erreicht zu diesem Zeitpunkt eine Helligkeit von ca. 16.2mag.

Auch im Sternbild Andromeda hält sich südlich des Sterns δ And zur Monatsmitte ein fotografischer Komet auf. Es ist C/2020 N1 PANSTARRS mit einer scheinbaren Helligkeit von 14.9mag.

Sonne & Mond

Sonnenaufgang ist am 15. Januar 2021 um 08:26 Uhr MEZ, Sonnenuntergang gegen 16:27 Uhr. Die Sonne steht noch im Sternbild Schütze. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Drache, Schwan/Leier, Fuchs, Pfeil, Adler und Schütze.

Neumond ist am Mittwoch, den 13. Januar im Sternbild Schütze. Vollmond am Donnerstag, den 28. Januar im Sternbild Krebs.