Sternenhimmel um 22:00 Uhr am 15. November 2020 – Albireo V. 1.3.0

In den nun länger gewordenen Nächten des Herbstes lassen sich eine Menge interessanter Himmelsobjekte studieren. Hier kommen insbesondere auch Anfänger auf Ihre Kosten, denn neben einer Halbschattenfinsternis des Mondes lassen sich auch prächtige offene Sternhaufen und – bis in den Morgen hinein – nahe und ferne Planeten unseres Sonnensystems beobachten.

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Sternenhimmel

Zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 Uhr MEZ stehen die Sternbilder Widder und Dreieck hoch im Süden. Auch die Fische, Kassiopeia, Andromeda, Perseus und Walfisch streben ihrer höchsten Kulminationsstellung im Süden entgegen oder haben sie gerade überschritten.

Neben der Andromedagalaxie lässt sich ganz in der Nähe zwischen den Sternbildern Dreieck und Andromeda die Dreiecksgalaxie beobachten. Sie ist etwas schwächer als der Andromedanebel; aber in einer dunklen Nacht geben sich ihre Umrisse selbst in kleinen Fernrohren zu erkennen.

Dreiecksgalaxie M33 im Sternbild Dreieck.
Dreiecksgalaxie M33 im Sternbild Dreieck. Entfernung ca. 2.8 Mio. Lichtjahre. Sie gehört mit dem Andromedanebel M31 und der Milchstraße zur sog. ‚Lokalen Gruppe‘.

Im Südostteil des Himmels steht zu dieser Zeit einer der schönsten offenen Sternhaufen: Die Plejaden – im Volksmund auch Siebengestirn genannt. Er trägt die Katalognummer Messier 45 ist bereits leicht mit bloßem Auge zu erkennen; seine wahre Pracht entfaltet er bereits in einfachen Ferngläsern oder Fernrohren.

M45-Plejaden
Offener Sternhaufen M45 – Plejaden – im Sternbild Stier mit vordergründigem Reflexionsnebel

Südöstlich der Plejaden leuchtet der rötliche Aldebaran; er ist der Hauptstern des Sternbilds Stier. Direkt neben ihm befindet sich ein weiterer, mit bloßem Auge erkennbarer Sternhaufen, der das ‚V‘ des Stier-Antlitzes formt. Es sind die Hyaden; manchmal auch als Regengestirn tituliert. Hyaden und Plejaden bilden zusammen das sog. Goldene Tor der Ekliptik.

Zur gleichen Zeit läuft die Milchstraße von Ost nach West über der Himmelsgewölbe. Hier lassen sich viele weitere interessante Sternbilder beobachten; z.B Perseus, Kassiopeia und Kepheus. Auch sie enthalten viele Sternhaufen und galaktische Nebel; das größte von Ihnen ist wohl IC 1396 im Sternbild Kepheus, in unmittelbarer Nähe des Granatsterns gelegen.

IC 1396, Elefantenrüsselnebel und Granatstern
IC 1396, Elefantenrüsselnebel und Granatstern im Sternbild Kepheus

Es umfasst ein Himmelsareal von 140 x 160 Quadratbogenminuten. Während der Nebel selbst recht schwach und nur fotografisch eindrucksvoll erfassbar ist, lässt sich der eingebettete Sternhaufen bereits mit einfacheren Teleskopen gut beobachten.

Planeten

Auch im November ist Mars der alles dominierende Planet am Nachthimmel. Er ist zur Standardbeobachtungszeit um 22:00 bereits auf die westliche Himmelshälfte gewandert und befindet sich mitting unterhalb des westlichen Fisches nahe Stern δ Psc.

Der zweite Planet, der im Monat November viele Blicke auf sich zieht, ist Merkur. Er ist zwischen dem 5. November und 11. November am Osthimmel als heller Lichtfleck kurz vor Sonnenaufgang auch in unseren Breiten gut zu erkennen. Seine maximale scheinbare Helligkeit (- 0.6m) erreicht er am 11. November. Er befindet sich im Ostteil des Sternbilds Jungfrau.

Auch die Venus hält sich am Morgenhimmel auf. Sie befindet sich ebenfalls im Sternbild Jungfrau; allerdings etwas weiter westlich nahe Stern θ Vir und strahlt mit -3.9m noch heller als Merkur.

Auch die Planeten Neptun und Uranus sind mit dem Fernrohr eine Reise wert. Während Uranus zwischen Widder und Walfisch (Cetus) gelegen fast die gesamte Nacht über zu beobachten ist, steht Neptun wesentlich weiter westlich im Sternbild Wassermann und ist damit ein Objekt der ersten Nachthälfte.

Kometen

Hellster Komet im November 2020 ist C/2020 M3 (ATLAS) im Sternbild Orion. Zur Monatsmitte wird er eine Helligkeit von ca. 13.53 erreichen und ist daher trotzdem nur ein Objekt für größere Optiken oder Astrofotografen. Er passiert am 15. November den Stern γ Ori (Bellatrix).

Komet C/2028 N2 (ASASSN) befindet sich zur Monatsmitte zwischen den Sternbildern Kleiner Bär und Drache nahe Stern ι Dra. Er ist mit einer scheinbaren Helligkeit von ca. 15.98 ebenfalls recht schwach.

Ein dritter Komet (C/2019 L3 – ATLAS) hält sich am 15. November zwischen den Sternbildern Kassiopeia und Kepheus auf. Auch er entwickelt eine Helligkeit von ca. 15.33 – nur geringfügig kräftiger als C/2028 N2 (ASASSN).

Sternschnuppen im November

In der zweiten Nachthälfte sind drei Meteorenströme aktiv:

Die Tauriden haben ihren scheinbaren Austrahlungspunkt im Sternbild Stier. Es ist mit ca. 10 Meteoren pro Stunde zu rechnen.

Die Leoniden mit Fallraten von ca. 50 Meteoren pro Stunde sind etwas auffälliger. Sie haben ihren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe.

Im Sternbild Einhorn verbrigt sich ebenfalls ein Meteorenstrom, der im November aktiv wird. Es sind die Alpha-Monocerotiden. Sie können relativ explosionsartig mit Fallraten von ca. 500 Meteoren pro Stunde gegen den 25. November ein wahres Himmelsspektakel abliefern!

Sonne & Mond

Sonnenaufgang ist am 15. November um 07:45 Uhr MEZ; Sonnenuntergang um ca. 16:20 Uhr. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Bärenhüter, Nördliche Krone, Schlange und Waage; die Sonne befindet sich dabei im Sternbild Waage.

Neumond ist im November 2020 am Sonntag, den 15. November im Sternbild Waage. Vollmond ist am Montag, den 30. November im Sternbild Stier. An diesem Tag ereignet sich eine sogenannte Halbschattenfinsternis; der Mond streift dabei den Halbschatten der Erde und verdunkelt sich partiell leicht.

Halbschattenfinsternis: Der Mond im Halbschatten der Erde