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M45-Plejaden
Offener Sternhaufen M45 – Plejaden – im Sternbild Stier mit vordergründigem Reflexionsnebel

Am 5. Kurstag war es wettermäßig mal wieder ziemlich heikel. Während den ganzen Tag über die Sonne schien, zogen gegen Abend Wolkenfelder heran, die sich zum Kursbeginn weiter verdichteten. Dazwischen lugten immer mal wieder einige Sterne hervor. Da wir aber endlich einmal raus wollten, haben wir uns von ein paar Wolkenfeldern nicht abhalten lassen und sind zu unserem Beobachtungsplatz gefahren…

Anfahrt mit kleiner Nachtwanderung

Leider waren nicht alle Mitstreiter dabei und so ergab es sich, dass ausschließlich Teilnehmer des Mittwochskurses anwesend waren, die unseren Beobachtungsplatz bei Sierksrade noch nicht kannten; ihn aber unbedingt mal aufsuchen wollten. Auch eigene Teleskope sowie ein kleines Fernglas waren mitgebracht worden, um sie hier mal ausgiebig testen zu können.

Im Konvoi sind wir zum Wendehammer des Lindenwegs nach Sierksrade gefahren, wo wir unsere Fahrzeuge abstellten. Dann ging es zu Fuß in die Dunkelheit ca. 200 Meter den Radwanderweg entlang.

(Hobby-)Astronomen… eine lichtscheue Spezies!

Nachdem wir am Beobachtungsplatz eintrafen, bauten wir sofort unsere Teleskope auf – immer mit einem Auge zum Himmel gerichtet. Von hier aus waren plötzlich sehr viel mehr Sterne zu sehen als in den Ortschaften. Zwar gab es Wolken – aber es gab auch große Wolkenlücken dazwischen, so dass wir trotz der Bewölkung viele Sternbilder der Saison erkennen konnten – nur nicht gleichzeitig.

Doch zunächst wurden unsere Teleskope aufgebaut. Ich hatte unseren 80mm-Bresser-Refraktor auf einer parallaktischen Montierung dabei und zeigte den Teilnehmern, wie man einen solchen Montierungstyp richtig einnordet, so dass wir seine Vorzüge (das Nachstellen des beobachteten Sterns nur über eine einzige Achse) ausnutzen konnten.

Spätwinterlicher Sternenhimmel

Im Anschluss gab es eine Sternenführung durch den spätwinterlichen Sternenhimmel. Wir konnten in den großen Wolkenlücken alle wichtigen Sternbilder erkennen: Im Südwesten das Winter-Sechseck, in Nordwesten die ‚griechische‘ Ecke (Perseus, Kassiopeia, Kepheus), im Norden den Kleinen und Großen Bären und im Osten den Löwen. Auch die Venus am Westhimmel, die sich momentan im Sternbild Widder befindet, wurde aufs Korn genommen. Ihre Helligkeit ist bereits bei bloßem Auge beeindruckend; im Teleskop blendet sie fast.

Nach so viel Input gab es erst einmal eine Tee-Pause zum Klönen und Aufwärmen. Dabei erkannten wir unter uns ein neues Gesicht: Joachim vom Montagskurs der Astrofotografen war spontan vorbeigekommen und wollte mit uns den Sternenhimmel genießen.
Da anschließend noch niemand nach Hause wollte (obwohl es bereits 21:00 Uhr war) gingen wir mit unseren Fernrohren auf die Pirsch nach geeigneten astronomischen Objekten. Und wir alle, einschließlich Carlo mit seinem superscharfen Kompakt-Dobson und auch Lutz, der ein Omegon-Spiegelteleskop dabei hatte, wurde am Himmel fündig! Denn insbesondere für Einsteigergeräte gab es vieles am Himmel zu beobachten: Die Plejaden, H&Chi Persei, MizarA+B+ Alkor, die Praesepe und der Große Orionnebel.

Aufgehender Mond am Horizont hinter Bäumen

Ein besonderer Hingucker war schließlich der Mond, der gegen 21:00 Uhr über dem Osthorizont rötlich glänzend – in direkter Sichtrichtung des Radweges – emporstieg. Einige von uns versuchten dieses Schauspiel mit ihren Handys abzulichten – was mir nur mäßig gelang.

Mal wieder überzogen!

Recht spät, so gegen 21:45 Uhr, packten wir unsere Sachen, da den ungeübten Astronomen ohne Teenachschub doch etwas kalt wurde und das frühe Aufstehen am nächsten Tag ja auch nicht zur Qual werden sollte. Bevor wir uns wieder auf die Autos verteilten, bemerkten wir noch ein Problem mit dem Spiegelteleskop von Lutz. Sein Newton schien, wie die Messung mit Carlos Kollimator zeigte, ein Problem mit dem Fangspiegel zu haben, das wir jetzt aber noch nicht richtig lösen konnten.

Aber der nächste Astrokurs kommt bestimmt.