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Sternenhimmel April 2020
Der Sternenhimmel im April 2020 – Albireo V.1.1.0

Der Blick in den Sternenhimmel im Frühlingsmonat April geht weit. Sehr weit sogar! Denn zur Standardbeobachtungszeit um 23:00 Uhr MESZ sind die Reste des Winterhimmels weit auf die westliche Himmelshälfte gerückt und im Untergang begriffen; einschließlich der Wintermilchstraße. Aber auch die Milchstraße des Sommers lässt noch auf sich warten. Wir schauen also aus unserer Galaxis heraus in die unendlichen Weiten des Alls…

Die Galaxienjäger unter uns haben jetzt Hochkonjunktur. Es ist die Saison der Galaxien und Galaxienhaufen; die Abwesenheit der Milchstraße mit ihren Staub- und Gaswolken erlaubt den tiefen Blick ins Universum. Mehrere Zigmillionen Lichtjahre weit können zu dieser Jahreszeit selbst angehende Hobbyastronomen mit Einsteigerfernrohen in den Kosmos schauen.

Die visuelle Beobachtung von Galaxien braucht allerdings etwas Übung. Denn die Sterneninseln springen den Beobachter nicht direkt an; vielmehr geben sie sich als zarte Lichtbändchen zu erkennen, die man visuell am besten mit indirektem Sehen erfassen kann. Auch leichtes Wackeln der Teleskopoptik verrät die Lichtfleckchen vor dem dunklen Himmelshintergrund.

Aber natürlich kommen auch Astrofotografen auf ihre Kosten; denn auf Langzeitbelichtungen geben ferne Galaxien vielmehr von ihrer spiraligen oder elliptischen Struktur preis.

Löwe und Jungfrau
Galaxien im Löwen und in der Jungfrau: Leotripletts und der Virgo-Haufen (Albireo V.1.1.0)

Sehr zu empfehlen sind die Galaxienhaufen im Löwen; z.B. das Leo-Triplett, dessen hellste Galaxien bereits bei mondloser Nacht mit kleinen Teleskopen ab 70 mm Öffnung zu erahnen sind. Das Leo-Triplett setzt sich aus den Galaxien M65, M66 und NGC 3628 zusammen und ist von der Milchstraße ca. 35 Millionen Lichtjahre entfernt.

Das Leo-Galaxientriplett
Das Leo-Galaxientriplett im Sternbild Löwe bestehend aus M65, M66 und NGC 3628. Entfernung: 30 Mio Lichtjahre.

Noch im selben Sternbild gibt es ein paar Grad westlich des Leo-Tripletts eine weitere Galaxienzusammenkunft: Es ist die M96-Galaxiengruppe; sie besteht ebenfalls aus drei Messier-Hauptgalaxien: M96, M95 und M105. Ihre Entfernung zur Milchstraße beträgt ca. 31 Millionen Lichtjahre.

Östlich des Leo-Tripletts ist ein weiterer großer Galxienverbund anzutreffen: Der sog. Virgo-Haufen; er befindet zwischen den Sternbildern Jungfrau und Haar der Berenike. Mehrere Tausend Galaxien sind hier gezählt worden; davon sind viele im Messier-Katalog gelistet. Diese Galaxien erscheinen uns etwas kleiner, da sie mit ca. 50 Millionen Lichtjahren etwas weiter entfernt sind als die Galaxien des Löwen.

Virgo-Galaxienhaufen
Die elliptischen Galaxien M84 und M86 im nördlichen Virgo-Galaxienhaufen (Sternbild Jungfrau)

Planeten

Hingucker am Abend ist unser innerer Nachbarplanet Venus, der als Abenstern bis fast gegen Mitternacht zu beobachten ist. Am 24. April erreicht die Venus ihre größte östliche Elongation, also den größt möglichen Abstand von der Sonne. Sie ist neben Sonne und Mond mit Abstand das hellste Objekt am Nachthimmel. Im Fernrohr betrachtet erscheint sie etwa zur Hälfte erleuchtet.

Uranus und Neptun sind zu dieser Zeit unbeobachtbar und stehen mit der Sonne zusammen am Tageshimmel.

In der Frühe kann man jedoch weitere Planeten am Südosthorizont entdecken; gegen 4 Uhr stehen Jupiter und Saturn zwischen den Sternbildern Schütze und Steinbock. Gegen 05:00 MESZ überschreitet schließlich Mars in der beginnenden Morgendämmerung den Osthorizont. Er steht mitting im Sternbild Steinbock – knapp östlich von Saturn.

Kometen

Weit nördlich, zwischen dem Fuhrmann und der Giraffe, steht zur Monatsmitte Komet C/2019 Y4 (Atlas). Er erreicht eine scheinbare Magnitude von ca. 12.7 und sollte gut mit einem Fernrohr oder auch fotografisch zu beobachten sein.

Im gleichen Sternbild gelegen und noch näher am Himmelspol, befindet sich Komet C/2017 T2 (PANSTARRS). Er erreicht am 15. April eine Helligkeit von ca. 11.8.

Im Sternbild Jungfrau, knapp südöstlich ihres Hauptsterns Spica, steht am 15. Komet 88P/Howell. Er leuchtet mit einer Magnitude von ca. 13.7 und ist damit etwas schwächer als die beiden oben genannten Kometen.

Meteorenströme

Ein schwacher Meteorenstrom mit scheinbarem Ausstrahlungspunkt im Sternbild Jungfrau sind die April-Virginiden. Es ist mit etwa 5 Meteoren pro Stunde zu rechnen.

In der zweiten Nachthälfte erleuchten die Lyriden mit Ausstrahlungspunkt im Sternbild Leier den Nachthimmel. Sind sind mit ca. 15 Meteoren pro Stunde wesentlich aktiver als die o.g. April-Virginiden.

Ein weiterer, jedoch wesentlich unauffälligerer Meteorenstrom sind die Sigma-Leoniden. Sie haben ihren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe und treten eher sporadisch auf.

Sonne & Mond

Sonnenaufgang ist am 15. April gegen 6:15 MESZ, Sonnenuntergang gegen 20:15. Die Sonne befindet sich zur Monatsmitte im Sternbild Fische an der Grenze zum Widder. Der Sonnenmeridian durchläuft die Sternbilder Kassiopeia, Andromeda, Fische und Walfisch.

Vollmond ist am Mittwoch, den 8. April im Sternbild Jungfrau an der Grenze zur Waage. Neumond ist am Donnerstag, den 23. April im Sternbild Widder/Walfisch.